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Aufgaben, die sich stellen

Dass Politiker in schlimmen Momenten vor die Mikrofone gezerrt und ihnen mitfühlende Worte der Bestürzung abverlangt werden, ist allgemein bekannt und für die betreffenden Personen nicht immer einfach zu handeln. Natürlich erwarten alle von Politikern – ob Regional- oder Bundespolitiker – dass die immer die richtigen Worte auch ohne große Vorbereitung finden. Das sind hohe Erwartungen, die in Stresssituationen noch schwerer wiegen. Und natürlich ziehe ich auch ins Kalkül, dass die Medien nicht immer korrekt den genauen Wortlaut zitieren, der tatsächlich vorgebracht wurde. Aber gerade musste ich doch lachen, obwohl der Anlass nicht tragischer sein könnte. Im benachbarten Landkreis ist dieser Tage eine Frau erstochen worden, und der Landrat dieses Landkreises zeigte sich natürlich sofort angemessen bestürzt. Nun wird er aber zitiert mit den Worten: „…Gewalt gegen Frauen darf niemals als Beziehungsstreit oder Privatsache abgetan werden. Sie ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Aha! ...

Ausgedient

Als Menschen, die an Hypertonie leiden, folgen meine Frau und ich der Empfehlung unserer Ärztin und messen täglich jeweils morgens und abends unseren Blutdruck. Das bedeutet: das Messgerät ist ständig im Einsatz. Da braucht man dann eben hin und wieder ein paar neue Batterien. Gestern war es wieder so weit. Als sich das ankündigte, passierte diesmal jedoch etwas ganz Merkwürdiges. Die schwächelnden Batterien von gestern ließen nämlich keinen Zweifel daran aufkommen, wie sehr ihnen die Lust am Aufpumpen der Manschette vergangen war. Sie ächzten, pumpten schwer atmend und heulten mir entgegen „Wir können nicht mehr, wir wollen jetzt in Rente gehen! Bitte halte nach Nachwuchskräften Ausschau, die unseren Job übernehmen können!“ Sprachen’s und sackten in sich zusammen. Arbeitsverweigerung! Nun, wir wollten nicht so sein, und so verabschiedeten wir die Altbatterien in den wohlverdienten Ruhestand. Meine Frau setzte dann ein neues Paar Batterien ins Gerät ein. Hui, was war das eine Freude! N...

Die Chance, einzigartig zu sein

Die Wissenschaft hat offenbar etwas Neues entdeckt, um noch mehr Menschen das Gefühl geben zu können, etwas ganz Besonderes zu sein. Das Bedürfnis, etwas ganz Besonderes zu sein, greift ja immer mehr um sich, wohingegen ich mich gut erinnern kann, mir als Jugendliche nichts sehnlicher gewünscht zu haben, als „ganz normal“, also ganz genau so sein zu dürfen wie die anderen. (Nun, das war mir nicht vollumfänglich vergönnt, aber insgesamt war ich nicht sehr auffällig und auch gut integriert.) Heute jedoch beleuchtet sich jede/r selbst, macht Illustriertentests, inwieweit er oder sie ggf. dem Autismus-Spektrum angehört, AD(H)S hat oder auch nicht, eine Hochbegabung aufweist, intro- oder extrovertiert ist, oder ob eine Führungspersönlichkeit oder doch nur eine Sachbearbeitermentalität in ihm oder ihr schlummert. Und jetzt haben – wie gesagt – Wissenschaftler etwas Neues(?) gefunden, über das man sich seinen Kopf zerbrechen kann: Alexithymie. Alexithym zu sein, bedeutet, die eigenen Gefühle ...

Wenn Inklusion gehörig schief geht

Gestern sind wir auf dem Weg zu unserem Tagesausflugsziel am Frankfurter Flughafen vorbeigefahren. Und da fiel uns mal wieder eine Episode ein, die wir vor 26 Jahren dort erlebten. Meine Freundin, mit der ich damals erst kurz zusammen war, war mit anderen Leuten in den Urlaub geflogen, da sie den schon vor unserem Kennenlernen gebucht hatte. Ihr Heimflug führte nach Frankfurt, und da ich in relativer Nähe wohnte, habe ich sie dort abgeholt, um anschließend mit ihr noch ein paar Tage bei mir zu Hause zu verbringen. Da wir – wie gesagt – noch nicht lang zusammen waren, freute ich mich natürlich auf diese Tage und habe sie, bewaffnet mit einer Sektflasche und Sektgläsern im Rucksack, am Flughafen erwartet. Wir suchten uns einen Sitzplatz in einer der vielen Sitzecken, die damals (und wahrscheinlich stehen die auch heute noch) sich aus mehreren festverbundenen Stühlen aus Metall zusammensetzten. Die Sitze waren in U-Form angebracht, so dass ca. 15 Leute da gemeinsam sitzen konnten. Da aber...

Ein schlechter Witz

Ich äußere mich hier ja im Grunde nie – und das auch heute ungern und eigentlich nur als „Randeffekt“ – politisch. Aber ich musste jetzt doch lachen, als ich gerade meine Tageszeitung aufschlug. Über die Weltwirtschaftskrisen- und Zeitgeschehenseiten blättere ich in der Regel weg, weil ich die schlechten Nachrichten einfach nicht mehr ertragen kann, und die sich ja auch zutragen, wenn ich nichts darüber nachlese. Gerade glotzte mir jedoch ein großes Foto von Donald Trump entgegen (wie ja fast täglich mittlerweile), und darüber steht als Überschrift geschrieben: „Eine Frage der Glaubwürdigkeit“. Also, wer da nicht in wieherndes Gelächter ausbricht, weiß ich ja nicht! Dieses Gesicht in Verbindung zu bringen mit dem Begriff der Glaubwürdigkeit, das ist, wie wenn ich unter das Foto eines Nilpferdes schreiben würde „Bodo, Spezialist des Kölner Zoos für rhythmische Sportgymnastik“. Für einen guten Witz bin ich ja immer zu haben – und oft genug auch für einen schlechten. Und genau als solcher...

Die Kunst des Übersetzens

Facebook bietet ja diesen eigentlich wunderbaren Service an, der einem fremdsprachige Beiträge und Kommentare ins Deutsche übersetzt. Da klickt man einfach auf „Übersetzung anzeigen“, und – schwupps – versteht man auch, was der Herr aus Island zu einem Musikvideo beizutragen hat. Mir ist allerdings schon aufgefallen, dass die Qualität der Übersetzungen oftmals sehr zu wünschen übrig lässt. Da stimmt der Satzbau nicht, oder für eine Vokabel wird eine von mehreren möglichen, aber im akuten Kontext falsche Bedeutung verwendet. Wenn das bei Sprachen wie Englisch oder Französisch passiert, bemerke ich dies durchaus. Lustig wird’s aber vor allem, wenn Facebook versucht, deutsche Texte ins Deutsche zu übersetzen! Und das ganz oft sogar ohne Aufforderung! Das kommt regelmäßig vor, wenn z. B. jemand im Dialekt schreibt, oder – wie gestern erlebt – wenn nach Tiernamen gefragt wird. Beispielswese:  „Wie hieß euer allererstes Haustier?“. Da wird dann der Waldi zu „Eltern“ übersetzt, und aus de...

Wie Nachrichten halt so sind

Gerade habe ich die Seite stern.de geöffnet. Ich zitiere mal eben die Schlagzeilen: „Mallorquiner fordern Limit für Urlauber“ „Fünf Urlauber sterben auf Russlands höchstem Berg“ „Mein Mann hat meine Tochter umgebracht“ „Wie giftig sind Zahnfüllungen aus Kunststoff?“ „Warum Opfern von Liebesbetrügern oft nicht geholfen werden kann“ „Mein Sohn kam gesund zur Welt. Vier Stunden später veränderte sich unser Leben“ Bei dieser kleinen Liste habe ich, wie Sie sicher bemerkt haben, die weiteren Schlagzeilen, die sich um den Anschlag beim Berliner CSD ranken, jetzt mal weggelassen. Und doch fällt eines auf: es sind ausschließlich schlechte, traurige, beängstigende und grausige Nachrichten. Mir vergeht wirklich langsam die Lust, überhaupt noch irgendwelche Seiten zu öffnen, die mich über das Weltgeschehen informieren. Die einzigen positiven Meldungen liest man doch mittlerweile nur noch in den Werbeanzeigen. Wie Produkt X und Y den Alltag erleichtern oder gar glücklich machen können, sauge ich i...

Mutmaßlich unklar

Vorgestern war es wohl, als in der Westpfalz ein LKW-Fahrer mit seinem Laster in ein Haus gekracht ist. Er hatte einen Atemalkohol von 3,4 Promille und blieb – im Gegensatz zu dem Haus – bei dem Unfall unverletzt. Ob das Haus jetzt einsturzgefährdet ist, wird gerade geprüft, und das wäre für die Bewohner in der Tat eine Katastrophe. Darüber verliert natürlich wieder keiner ein Wort. Aber das nur am Rande... Unabhängig von der Überlegung, die sich mir aufdrängt, welche Last wohl jemand mit sich herumträgt, der mit 3,4 Promille nicht im Koma liegt, sondern seinen LKW steuert, der also das Saufen offenbar gewohnt ist und wohl wenig fröhliche Gründe dafür hat, es zu tun, muss ich allerdings den Kopf schütteln über eine Formulierung in dem Bericht, den ich über den Vorfall gerade gelesen habe. Da heißt es nämlich: „…Der 58-Jährige war den Ermittlungen zufolge mit dem schweren Gefährt in Kaiserslautern unterwegs, als er von der Fahrbahn abgekommen sei, teilte die Polizei mit. Die Ursache daf...

Wie Selbstverständlichkeiten nicht mehr selbstverständlich sind

Gestern hatte ich ein Erlebnis, das mich total happy gemacht, aber gleichzeitig auch irgendwie traurig gestimmt hat. Folgendes trug sich nämlich zu: Ich brauchte wegen akuter Beschwerden einen raschen Termin bei einem Arzt einer Fachrichtung, die ich an meinem aktuellen Wohnort bisher noch nicht konsultiert hatte. Und da man ja allgemein weiß, wie schwierig es ist, als Neupatient irgendwo aufgenommen zu werden, noch dazu mit einem baldigen Termin, habe ich am Wochenende eine Praxis angeschrieben, die auf ihrer Homepage vermerkt hat, dass Neupatienten aufgenommen werden, jedoch eine längere Wartezeit (also Wartezeit auf einen Termin) einkalkulieren müssten. Ich schilderte mein Problem und erhielt gleich am Montagmorgen einen Anruf aus dieser Praxis, dass es aktuell gerade schwierig sei, aber wenn ich denn tatsächlich bereit wäre, nicht am Standort X, sondern am Standort Y vorbeizuschauen, dann dürfe ich gleich am nächsten Tag erscheinen. Ich solle halt auf jeden Fall vor Ort mit einer l...

Thema von allgemeinem Interesse

Nein, ich schreibe nicht über Jens Spahn! Auch wenn das jetzt reihenweise (z. B. in Facebook) alle „öffentlichen Personen“ – deren Namen ich jedoch noch nie gehört habe – tun zu müssen meinen. Und alle scheinen mir dasselbe zu schreiben. Zumindest entnehme ich den (gemeinsamen) Grundtenor bereits den ersten Sätzen, nach denen ich mit dem Lesen stets schon aufhöre. Wenn ich das Thema jetzt ebenfalls aufgriffe, dann würde meine Meinung die geschätzte Leserschaft vermutlich genauso interessieren, wie mich die der anderen interessiert – nämlich gar nicht. Daher schreibe ich heute über ein Kuriosum, über das ich lachen könnte, wenn es meinen Alltag nicht so sehr beeinflussen würde. Aktuell wird unser Ort verglasfaserkabelt. Damit alle hier irgendwann ein hübsch schnelles Internet haben. Zur Zeit liegen aber erst mal nur die Glasfaser unter der Erde, wirklich angeschlossen an ein schnelles Netz ist noch keiner. Um die Vorfreude der Bevölkerung auf diese technische Segnung zu vergrößern, hat ...

Wenn Präzision im Ausdruck über Schönheit geht

Wer Biertrinker ist, weiß ganz gewiss, dass es seit vielen Jahren schon auch alkoholfreie Varianten gibt. Wobei hier ja immer zurecht darauf hingewiesen wird, dass die meisten „alkoholfreien“ Biere durchaus einen Restgehalt an Alkohol aufweisen – und auch aufweisen dürfen. Ganz wenige sind wirklich völlig frei von Alkohol und dürfen dies dann auch so auf ihren Etiketten behaupten. Bei den Weinen hat man jetzt ja auch angefangen, entalkoholisierte Produkte zu erzeugen. Ich schreibe bewusst „angefangen“, denn bisher habe ich noch keinen alkoholfreien Wein gekostet, der mir wirklich geschmeckt hätte. Da ist noch viel Luft nach oben, was vermutlich noch einiger Forschung, einigem an Herumprobieren und Experimentieren bedarf. Beim Bier war das ja aber genauso, und irgendwann hatte man den Bogen raus, was mich auch optimistisch stimmt, dass bald alkoholfreier Wein auf dem Markt sein wird, den man wirklich genießen kann, und mit dem man sich nicht in der Nähe von Blumenkübeln herumdrückt, dam...

Einkaufen wie ein Profi

Wenn ich im Supermarkt einkaufen gehe, nehme ich innerhalb des Marktes immer dieselbe Route. Ich glaube, ich bin damit nicht allein, das machen viele so. Auf diese Weise grase ich meine Einkaufsliste nach und nach ab, weiß, wo ich was finde, und bin damit sehr entspannt unterwegs. Heute allerdings ist es mir mal wieder passiert, dass ich etwas, das auf den ersten 20 Metern meiner Route zu finden ist, vergessen hatte, und ich daher vom Käseregal über Allzweckreiniger wieder zurück zur Dosenmilch marschieren musste. Die restliche Einkaufsliste war zu diesem Zeitpunkt schon weitgehend abgearbeitet, weshalb ich nach Aufnahme der Kondensmilch auf direktem Wege zur Tiefkühlkost gehen konnte, ohne die übliche Route noch einmal komplett zurücklegen zu müssen. Das war vielleicht ungewohnt! Aber da ich mich in dem Markt ja mittlerweile sehr gut auskenne, wusste ich, dass ich einfach da links durch die Ketchupgasse musste, danach rechts in den Obstkonservenweg abbiegen, anschließend geradeaus übe...

Lifehacks

Mittlerweile bin ich ja in einem Alter, in dem ich mir eingestehen muss, dass ich das Durchschnittsalter der Deutschlandbevölkerung bereits weit hinter mir gelassen habe. Und das will was heißen, denn das Durchschnittsalter der Deutschen liegt weltweit mit am höchsten. Das mag erklären, warum mich so vieles nervt, was im Internet kursiert, und sei es teils auch noch so seriös gemacht und/oder gemeint. Aber wenn eine Frau, die noch keine fünfundzwanzig sein kann, anfängt, Ratgebervideos zu veröffentlichen, in denen sie Erziehungstips gibt oder gestandenen Frauen von über vierzig zu erklären versucht, welche Fehler sie bei der Reinigung der Badezimmerfugen ganz gewiss immer schon gemacht haben, dann rolle ich mit den Augen. Ganz unwillkürlich und unkontrolliert. Natürlich kann es vorkommen, dass ein neues Produkt auf den Markt gekommen ist, das beworben werden will, und das Omma noch nicht kennt und ihr die Arbeit im Haushalt wirklich erleichtern kann. Den Hinweis auf diese neue Errungen...

Frisierkunst made in America

Ich habe mich ja vor knapp zwei Monaten mal über die Friseur:innen ausgelassen, denen man in ihren Videos schon in den ersten Minuten ansieht, wie sie die im Stuhl sitzende Kundin frisieren werden. Ob ein Kurzhaarschnitt das Ergebnis sein wird, oder ob die langen Haare lang bleiben werden, ist dem aufmerksamen Betrachter sofort klar. Und das sage ich völlig wertfrei. Richtig doof finde ich allerdings diejenigen Friseure (und es sind in der Tat immer Männer, die das tun!), die ihren meist jugendlichen oder zumindest jung-erwachsenen Kunden (auch immer Jungs) vor Beratung und Schnitt die Haare zu einer Deppenfrisur hinkämmen, mit der niemand je das Haus verlassen würde, nicht einmal für den Weg zum Friseur, und ihnen eine unsägliche Nerd-Brille auf die Nase setzen, die dem Kunden weder gehört noch zu Gesicht steht, nur um deutlich zu machen, wie unansehnlich der jeweilige junge Mann war, bevor ein natürlich genialer und meisterhafter Haarschnitt einen Phönix aus der Asche aus ihm gemacht...

Hitzewelle

Jetzt ist die (erste?) große Hitzewelle in Südwestdeutschland erst mal überstanden. Puh! Das waren harte Tage für uns und unseren Hund! Hier in der Region wurden mehrere Sommer- und Sportfeste abgesagt, Seniorentreffs gecancelt, Wanderungen abgeblasen usw. usf. Und das – man muss das ja mal bewusst aussprechen – weil das Wetter ZU GUT war! Es war zu heiß, zu viel Sonne, zu wenig Schatten! Das hätte man sich doch früher nicht träumen lassen, dass ein Sonnentag mal nicht das Ideal für die Durchführung einer Veranstaltung sein könnte! Aber das ist der Klimawandel, der macht sowas mit uns. Der lässt einen Sonnentag zur Gefahr werden, weil ein Sonnentag ohne mörderische Temperaturen offenbar nicht mehr denkbar ist. Für vorgestern war dann in meiner Wetter-App endlich mal Gewitter angesagt. Erst sollte es um 15 Uhr runterkommen, dann wurde verschoben auf 18 Uhr, dann auf 20 Uhr. Und kurz vor 20 Uhr wollte die App von einem angeblich herannahenden Gewitter gar nichts mehr wissen. Vermutlich w...

Warten beim Döner-Mann

Bei uns im Dorf gibt es seit ein paar Monaten wieder einen Döner-Mann, und wir kaufen uns dort tatsächlich hin und wieder einen „kleinen Döner“. Heute war es wieder so weit, und meine Frau schlug vor, dass sie, während ich im Laden auf unsere Döner warte, kurz mit unserem Hund im nahegelegenen Wald eine letzte Gassirunde dreht. Da es erst später Nachmittag war, rechnete ich im Döner-Laden allerdings nicht mit allzu viel Andrang, und deswegen gab ich zu bedenken, dass meine Wartezeit unter Umständen nicht dafür ausreichen werde, dass sie mit unserem Rocky wirklich den Wald erreichen und auch noch eine echte Gassirunde drehen könne. „Was, wenn ich gleich wieder draußen bin? Dann steh’ ich da, warte auf dich, und die Döner werden kalt!“ Sprach’s, schaute meiner Frau in die Augen, und gleichzeitig fingen wir zu lachen an. Wie wenn bei den aktuellen Temperaturen irgendwas kalt werden könnte! Ich hätte mich lediglich vor dem Laden in die Sonne stellen müssen, und das Fleisch hätte noch nach...

Eine ganz neue Erfahrung

Ich habe in den letzten Tagen etwas ganz Erstaunliches erlebt! Es gibt da auf dem Blockflötenmarkt seit letztem Jahr eine Blockflöten"baureihe", die sich durch eine neuartige Bauweise auszeichnet, was es erlaubt, große (also tiefe) Flöten deutlich kleiner anzufertigen als in der herkömmlichen Bauweise. Damit sind sie für Leute mit kleinen Händen und kurzen Armen besser spielbar als Flöten der "normalen" Größe. Letztes Jahr kaufte ich mir das Tenor-Modell. Alles fein, mit dem bin ich super zufrieden. Dieses Jahr kam der Bass auf den Markt, und ich kaufte auch diesen. Allerdings sprach bei dieser Flöte einer der Töne zunächst überhaupt nicht an, es kam beim Hineinblasen also nur Luft heraus, aber kein Klang. Das habe ich nach ein paar Tagen reklamiert, und man forderte mich auf, die Flöte zurückzuschicken, damit sie überarbeitet werden könne. Das tat ich, und ich bekam sie auch stante pede wieder. Nun sprach der Ton zwar an, klang aber nach wie vor so schlecht, dass e...

Zum Dicksein verdammt?

Ich gebe die Hoffnung, eines Tages wieder schlank zu sein, jetzt offiziell auf! Nach meinem Fiasko mit diesen Abnehmspritzen und nach unzähligen erfolglosen Versuchen mit gängigen Diäten habe ich in den letzten Wochen einen neuen Versuch mit sog. Abnehm-Shakes gestartet. Aktuell werde ich ja zugeschüttet mit Werbung für Drinks unterschiedlichster Anbieter, und für ein Produkt habe ich mich dann irgendwann entschieden. Ich hatte die Sorten Erdbeere, Banane und Schoko gewählt. Und an dem Wörtchen „hatte“ erkennen Sie als gewiefte/r Leser/in sicher sofort, dass auch dieses Experiment nicht zum Erfolg geführt hat. Eigentlich hatte ich lediglich damit gerechnet, dass es einfach nicht funktioniert. Denn das Prinzip ist hier die reine Kalorienreduzierung (und keine „Stoffwechselumstellung“ etc.), und dass ich nur verdammt wenig zu mir nehmen kann, wenn ich mein Gewicht einfach halten will, wusste ich ja bereits, und so war ich drauf eingestellt, dass diese Kalorienreduzierung bei mir zum Gewi...

Verbrecher sind unter uns

Ach gucke, das ist ja interessant! Da wird mir seit Tagen auf Facebook immer mal wieder ein Text angeboten, der das Für und Wider von Abnehmspritzen darlegen soll. Und ich denke schon tagelang darüber nach, auch mal meine Erfahrungen zu schildern, die ich mit diesem Teufelszeug gemacht habe. Denn alle Kommentare, die man bisher zu diesem Text sieht, sind sehr positiv. Also hab‘ ich mich jetzt hingesetzt und im Grunde das widergegeben, was ich hier in einem meiner letzten Posts geschrieben habe. Fazit: Finger weg! Dann habe ich den „Senden“-Button geklickt, und zunächst wurde mir mein gerade veröffentlichter Kommentar auch angezeigt. Beim erneuten Aufruf des Berichts allerdings war er – wie durch ein Wunder, haha! – nicht mehr zu sehen. Selbst mit der Sortierung „Neueste zuerst“ erschien mein Kommentar nicht; und das kann eigentlich nicht sein, denn innerhalb dieser wenigen Sekunden sind außer meinem keine weiteren Kommentare hinzugekommen. Allzu offensichtlich ist es also so, dass nega...

Unser einzigartiger Hund

Ich habe aufgehört, mich über unseren Hund zu wundern. Er hat einige sonderbare Angewohnheiten, dafür macht er manche Sachen ums Verrecken nicht, obwohl andere Hunde da überhaupt kein Problem mit haben. So geht er z. B. nicht durch offene Türen, wenn die Öffnung nicht mindestens 40 cm weit ist. Er ist schlank, er kommt also locker auch durch schmalere Lücken. Aber nein, eine Tür muss richtig weit geöffnet sein, damit unser Rocky sich da durch bequemt. Das befremdet insofern, als er, wenn er nach getaner Tagesmüh‘ seine Bettstatt im Wohnzimmer aufsucht, völlig verwandelt scheint. Zu seinem Bett könnte er nämlich schnurgeradeaus durchs Zimmer gehen, an allen Möbeln vorbei, d. h. zwischen Schrank und Tisch auf einer Fläche von mind. 130 cm Breite dahinschlendern. Aber nein, was macht unser Bube? Er geht hinterm Esstisch entlang, weiter zum ersten Sessel, der sehr dicht an der Wand steht, drückt sich hinter diesem vorbei ins nördliche Ende der Lücke zwischen Sofa und Couchtisch, biegt am s...

Wie der Zufall so will...

Seit einigen Jahren bin ich Mitglied einer Facebook-Gruppe, die sich der Freude an Cartoons widmet. Dort werden entweder von den Mitgliedern selbst gezeichnete oder von anderen Cartoonisten geteilte Cartoons gezeigt. Ich zeichne ja selbst, und ich bin sozusagen die einzige, die täglich da einen raushaut. Das aber nur nebenbei. Vor ein paar Jahren kam der Wunsch in der Gruppe auf, dass die Gruppe ein schöneres Titelbild erhalten sollte. Das ursprüngliche war wenig aussagekräftig und hätte besser zu einer Comic-Gruppe gepasst. Also rief der Betreiber der Gruppe die Mitglieder auf, entsprechende Zeichnungen einzureichen, und aus den Einreichungen sollte dann demokratisch das neue Titelbild ausgewählt werden. Um es kurz zu machen: meine Einreichung hat damals das Rennen gemacht, und seitdem ziert sie den Kopfbereich der Gruppe. Schon lange habe ich über diese Zeichnung gar nicht mehr nachgedacht; sie war halt einfach immer da zu sehen. Aber nun trug es sich zu, dass meine Schwester um Aufn...

Es ist ja nicht so...

Es ist ja nicht so, dass ich lediglich nach zehn Jahren der Ruhe in meinem Darm wieder eine Entzündung erlitten habe. Nein, das CT hat auch noch ergeben, dass eigentlich gar kein Grund ersichtlich ist, warum der sich entzündet hat. Pure Boshaftigkeit wahrscheinlich. (Nun ja, ich will nicht ungerecht sein; dass keine Divertikel mehr da sind, war schon eine gute Nachricht.) Und dann ist es ja nicht so, dass ich einfach ein paar Antibiotika-Tabletten nehme, und alles ist wieder gut. Erst schien es zwar so, aber kaum stehe ich nach der guten Nachricht – nämlich dass alles wieder ruhig ist im Gekröse – in meiner Küche und schnibble Gurken, fangen meine Füße an zu kochen und meine Beine sich zu röten wie ein Hummer im Kochwasser. Zu allem Elend habe ich also auch noch auf eines der Antibiotika allergisch reagiert (bei dem hatte ich schon beim Anblick der Schachtel ein ungutes Gefühl, warum auch immer…) und eilte daher mit rauchenden Reifen zurück in die Arztpraxis, wo man mir noch rasch vor ...

Der frühe Vogel

Heute morgen hörte ich ihn wieder, den Viertel-vor-vier-Schnepper! Ich weiß ja inzwischen, dass das frühe Gezwitscher nichts anderes ist als die Botschaft an die Gefährten, dass der Zwitschernde die Nacht überlebt hat. Das mag für den einen eine gute, den anderen eine eher schlechte Nachricht sein. Je nach Sympathie halt 😉 . Und je nachdem, wie gern man um viertel vor vier geweckt wird... Ich habe ja gottlob immer meine Gummistöpsel in den Ohren, so dass der Ruf des Viertel-vor-vier-Schneppers nur gedämpft an mein Ohr dringt. Aber trotzdem denke ich manchmal, er könnte doch sein Überleben auch zwei Stunden später erst verkünden, oder? Denn außer seinen engsten Familienangehörigen dürften alle anderen Vogelfamilien um diese Zeit noch schlafen, und die freuen sich doch bestimmt ähnlich „arg“ wie ich, wenn sie den frühen Gesang ihres Nachbarn vernehmen. Aber nein, zwei Stunden später ist er schon wieder still, vermutlich entkräftet von seiner lautstarken Darbietung am allzu frühen Morgen...

Geschichten, die man nicht erfinden kann

Manche Geschichten kann man nicht erfinden, die schreibt das Leben, und man steht ihnen sprachlos vis à vis. Folgendes trug sich zu: für eine Veranstaltung musste ich ein paar Vereinskolleginnen um Kuchenspenden bitten, und eine der Damen, die mir auch eine zusagten, bat allerdings darum, ich solle den Kuchen heute nachmittag bei ihr zu Hause abholen. Kein Problem, sagte ich da, mach‘ ich gern. Heute nachmittag läutete ich also bei den Leuten an der Tür. Nichts rührte sich. Hm, dachte ich da, vielleicht haben sie die Glocke nicht gehört, und läutete einfach nochmal. Wieder nichts. Da ich das seltsam fand, da wir ja „verabredet“ waren, ging ich ums Haus herum, um zu schauen, ob vielleicht jemand im Garten war. Nein, da war niemand, aber das Auto des Ehepaares stand vor der Tür. Da keimte in mir doch nochmal ein Körnchen Hoffnung, dass vielleicht doch jemand zu Hause war, und deswegen, und nur deswegen, läutete ich ein drittes Mal. Auf einmal sah ich durch die Haustür drinnen die Wohnung...

Schnipp schnapp, Haare ab!

Haben Sie sich bei Facebook oder youtube oder wo auch immer mal ein paar der Friseurvideos angeschaut, die dort kursieren? Ich mach‘ das ja total oft und gern, und deswegen kriege ich auch immer wieder neue angezeigt. Ich mach' mir mittlerweile einen Spaß daraus, mir schon aus den ersten Sätzen des Beratungsgesprächs und den ersten Handgriffen der Fachperson eine ungefähre Ahnung herzuleiten, mit was für einer Frisur die Kundin (meistens sind es Frauen, die da im Stuhl sitzen) am Ende nach Hause gehen wird. Wie das geht, fragen Sie sich? Ich verrate es Ihnen: je nachdem, wie die Fachkraft, also der Friseur oder die Friseurin, das Haar der Kundin anfasst und betrachtet, weiß ich sofort: diese Dame wird ihre langen Haare nicht los, sondern wird lediglich frisch frisiert und neu gefärbt. Oder aber: heute fallen hier jede Menge Haare, und die Kundin geht mit einem Kurzhaarschnitt nach Hause. Hierauf müssen Sie dabei achten: ein/e Friseur/in, der/die die langen Haare einer Kundin liebev...

Nicht viel los hier...

Bei blogspot kann ich sehen, wieviele Aufrufe meine Texte bisher erfahren haben. Das sind nicht sehr viele, offenbar findet kaum jemand den Weg hierher. Und wer ihn je gefunden hat, zieht möglicherweise nach ein bis zwei Texten gelangweilt seiner Wege. Meinen letzten Post hat z. B. außer mir keiner aufgerufen. Diese Gewissheit öffnet mir natürlich auch irgendwie Tür und Tor – ich könnte hier ablästern, über meine Mitmenschen schimpfen, den Maier Gustav von nebenan einen Drecksack nennen (obwohl es den Maier Gustav gar nicht gibt) und, wenn ich wollte, hier die feinsten Lügengeschichten erzählen. Niemand nähme es zur Kenntnis, und keiner würde mich daher der üblen Nachrede bezichtigen. Aber all das würde mir überhaupt keine Freude machen. Viel lieber lache ich mit anderen, erzähle von heiteren Episoden meines Lebens, möchte mein Augenmerk auf das Schöne und Genießenswerte meines Daseins richten. Wenn ich den Maier Gustav einen Drecksack nenne, treibt das nur meinen Blutdruck in die Höhe...

Die menschliche Natur

Ich habe jetzt einige Lebensjahre auf dem Buckel - und die damit verbundene Lebenserfahrung, die mich manches gelassener sehen lässt als noch vor 20 Jahren. Ich werde allerdings wohl nie an den Punkt kommen, an dem ich sage „Nichts Menschliches ist mir mehr fremd“. Erst vorgestern war es nämlich wieder so weit, dass ich sprachlos wurde. Das kam so: Wir hatten eine Veranstaltung mit unserem Verein, bei der wir mitten im Wald Weißwürste garten und mit Brezeln und süßem Senf den Teilnehmern servierten. Da das, wie gesagt, mitten im Wald passierte, mussten wir natürlich einen Topf voll Wasser parat haben, einen Gaskocher und entsprechendes Geschirr. Kocher und Topf brachte einer unserer Vereinskollegen mit, und das Wasser, in dem die Würste erhitzt werden sollten, hatte ich in einen eigens dafür ausgeliehenen Wasserkanister einer Vereinskollegin abgefüllt. Wir brauchten von den mitgebrachten 20 Litern allerdings nur etwa die Hälfte. Nun, das Treffen fand statt, und als alles vorbei war und...

Der Traum vom Idealgewicht

Heute wird auf web.de Schauspielerin Elena Uhlig zitiert, die verkündet, jetzt ebenfalls zur Abnehmspritze greifen zu wollen, obwohl sie bisher immer ihre Rundungen verteidigt hat und (angeblich) zu ihnen stand. Nun sei ihr Grund, es damit doch mal zu probieren, der, dass sie an einem Nabelbruch und an einer entzündeten Fußsehne operiert werden müsse, wofür sie vorab auf ärztlichen Rat hin zwölf Kilo abnehmen wolle/solle/müsse. Also, ich habe noch nie gehört, dass man für eine OP am Fuß kein Übergewicht haben darf. Beim Nabelbruch kann ich mir wohl vorstellen, dass Bauchfett störend sein kann, aber auch da zweifle ich an, dass ihr eine Gewichtsabnahme von genau 12 Kilo vorgegeben worden ist. Sei’s, wie’s ist: aufgelacht habe ich, als ich folgendes las: „… Zugleich äußerte sie die Hoffnung, das Präparat möge wirken, ohne ihr Wohlbefinden oder ihre Lust am Essen zu beeinträchtigen. …“ Na, das kann sie sich mal getrost abschminken! Ich habe diese Spritzen ausprobiert, und ich habe nach de...

Freiburg, du Begeisternde!

Wenn Sie heute schon wissen, dass Sie dereinst, wenn eine bestimmte, Ihnen nahestehende Person sterben wird, der Mensch sein werden, der sich um die Sterbeformalitäten und den Nachlass kümmern soll, dann rate ich Ihnen: stellen Sie sicher, dass diese Person ihren letzten Atemzug in Freiburg tut! Besonders wenn der Sterbefall nicht dem Standard entsprechen sollte. Ich erkläre Ihnen das kurz: meine Tante ist vor ein paar Tagen in Freiburg gestorben. Und weil sie ihren Körper der Wissenschaft vermacht hat, liegt sie aktuell nicht bei einem Bestatter, sondern in der Anatomie der Uni. Dorthin gingen natürlich zunächst auch alle ihre Papiere – Todesbescheinigung, Personalausweis etc. Das heißt aber: kein Bestatter kann für mich, die ich in diesem Fall für alles zuständig bin, die Formalitäten ggü. den Behörden übernehmen, da ich ja keine entsprechenden Dokumente vorlegen kann. Alles, was ich anfangs wusste, war, dass alles wohl durch die Stadt Freiburg erledigt werde, und ich mich lediglich ...

Projektarbeit

Vor einiger Zeit habe ich wieder angefangen zu stricken. Ein Kuscheltier für meine Großnichte, dann fertigte ich einen Pullover für mich, und weil ich auf einmal wieder so viel Spaß am Handarbeiten hatte, begann ich auch noch eine Häkelarbeit. Kurz: ich brauchte bald dringend eine Handarbeitstasche. Wenn man sich in einschlägigen Facebook-Gruppen nach „Handarbeitstasche“ erkundigt, nach Erfahrungen fragt und Empfehlungen erbittet, staunt man allerdings nicht schlecht. Denn das, was früher ein „Strickzeug“ war, ist heute ein „Projekt“. Die Damen (und Herren), die sich da tummeln, haben nicht etwa mehrere Strickzeuge in Arbeit, sondern erzählen von ihren Projekten, die sie natürlich nicht in einer schnöden Handarbeitstasche, sondern in einer Projekttasche zur Nacht betten. Und tatsächlich: auch die Händler, die solche Taschen vertreiben, verkaufen solche als „Projekttaschen“, und ganz ehrlich: mehr als ein Mal schlug ich mir bei der Suche nach was Passendem für mich an die Stirn. Fast wa...

Welche Hand soll's denn sein?

Ich gehöre einer Minderheit an. Jawohl, das kann ich bestimmt von mir behaupten. Es ist keine, die irgendwie um Beachtung oder Gleichberechtigung kämpfen muss oder irgendwie beleidigend diskriminiert wird, auch schimpft anderweitig niemand über sie. Denn die meisten Menschen werden sich der Existenz dieser Minderheitengruppe gar nicht bewusst sein. Und wenn, dann ist sie ihnen egal. Denn: ich bin (nahezu) Beidhänderin. Meine linke Hand ist zwar die stärkere, aber ganz viele, also fast die Hälfte aller Tätigkeiten vollführe ich – ohne darüber nachzudenken – mit der Rechten. Und ich täte mich schwer, diese Tätigkeiten mit links zu verrichten. Obwohl man ja gemeinhin davon ausgeht, dass, was man mit der schwächeren Hand kann, man auf jeden Fall auch mit der stärkeren kann. Dem ist aber nicht so. So putze ich zwar mit der linken Hand meine Zähne, aber das Waschbecken reibe ich hinterher mit der rechten Hand sauber. Nie im Leben würde ich dafür die Linke zur Hand nehmen (kleiner Scherz am R...

Kindle

Seit vielen Jahren schon nutze ich den Ebook-Reader von Amazon. Einen Kindle Paperwhite, der damals der neueste und heißeste Scheiß war. Der funktioniert auch immer noch. Nun erhielt ich allerdings von Amazon eine Mail, die mich darüber informierte, dass das auf mich registrierte Kindle-Modell aus der Wartung genommen wird. Das heißt: Bücher, die ich darauf geladen habe, kann ich nach wie vor zwar lesen, so lange mein Gerät noch funktionstauglich ist. Nur neue Bücher kann ich keine mehr draufladen, weil – wie gesagt – dieses Modell sozusagen deaktiviert wird. Aber man habe da ein super Angebot für mich: mit 20% Rabatt könne ich als alte Kindle-Kundin jetzt ein neues Gerät kaufen und damit weiterhin alte und neu zu erwerbende Bücher genießen. Gut, 20% sind immerhin 20%, und da ich weiß, dass ich auch weiter den Ebook-Reader nutzen möchte, habe ich mich drangesetzt, eine Auswahl zu treffen. Mhh, da ging es schon los! Das Rabatt-Angebot gilt gar nicht für alle Geräte. Nur bei dem, das mei...

Gewichtiges

Ich bin zu dick. Das steht außer Frage. Das will ich nicht (und man kann es nicht) schönreden. Jeder sieht es. Aber ein wenig stolz bin ich wenigstens darauf, dass ich an Weihnachten 2024 zwar meinen absoluten, schockierenden Höchststand erreicht hatte, den ich Anfang 2025 allerdings um einige Kilos wieder reduzieren konnte. Und seither – und das ist das, worauf ich stolz bin – habe ich zumindest dieses Gewicht einigermaßen gut gehalten. Bis dieses Jahr Ostern. Da gönnten meine Frau und ich uns wieder ein wunderbar köstliches Sterne-Menu, das wir uns im Internet bestellt hatten; und da kurz zuvor Valentinstag gewesen war, und wir diesen ebenfalls mit einem solchen Menu gefeiert hatten, waren „plötzlich“ wieder fast zwei Kilo mehr auf der Waage zu sehen. Knapp eines davon ist jetzt wieder weg, denn ich achte in den letzten Tagen verstärkt darauf, mich wieder mit meinen üblichen, recht bescheidenen Mengen zu ernähren und nicht allzu viel zu naschen. Allerdings muss ich dabei wachsam blei...

Ganz schön vermessen!

Ich habe meiner Schwester zu Weihnachten Socken gestrickt. Über die hat sie sich auch sehr gefreut. Zum Geburtstag, der jetzt im März anstand, hatte sie sich, weil die Weihnachtssocken so schön waren, noch ein weiteres Paar gewünscht. Das habe ich allerdings schwer verhunzt; insgesamt geriet der erste der Socken viel zu kurz, er enthielt jede Menge Strickfehler, und die Spitze war völlig verkorkst. Offensichtlich war ich beim Stricken überhaupt nicht bei der Sache gewesen. Um noch einmal ein neues Paar Socken anzufangen, war mittlerweile die Zeit zu kurz, weswegen ich ihr mitteilte, dass die Geburtstagssocken später nachgereicht würden, weil ich nochmal ganz von vorn beginnen müsse. Nach Fertigstellung eines weiteren Sockens bemerkte ich, dass auch dieser nicht gerade lang geraten war, er auf jeden Fall mal für meine Füße zu klein war. Ich habe daraufhin nachgefragt, ob sie mal einen Socken, der ihr richtig gut passt, in der Länge ausmessen könne, damit ich wisse, ob dieses neu angefan...

Die Kunst modernen Marketings

Heute bin ich über den Web-Auftritt einer ehemaligen Kollegin gestolpert, die in der Firma, für die ich lange gearbeitet habe, fürs Marketing zuständig war. Und im Zuge eines Projektes, in dem wir eine App einführten, bekam ich zwangsläufig mit ihr zu tun, da so eine Neueinführung ja ordentlich vorangekündigt, angepriesen und erklärt werden muss. Die Zusammenarbeit mit ihr in diesem Projekt war mehr als schwierig für mich. Wenn sie eine ihrer Aufgaben nicht bis zum Stichtag erledigt hatte, waren immer die anderen dran schuld. Sie könne ja keine Flyer entwerfen, wenn ihr der inhaltliche Input dafür noch fehle. Ihn eingefordert oder bei der Erstellung desselben geholfen hatte sie vorher aber nie. Und wenn sie welchen geliefert bekommen hatte, an dessen Gestaltung sie nicht beteiligt worden war, war es ihr auch nicht recht, denn die Sprache, die „wir“ dann verwendet hatten, war natürlich aus Marketingsicht ein „no go“. Nur konnte sie uns bis zum Schluss nicht erklären, wieso man das Wort ...

Karfreitag

Ich kann es nicht fassen! Es ist Karfreitag, 11 Uhr, und mir wurde bisher nirgendwo, weder in Facebook noch auf Instagram, einer dieser „ach so lustigen“ Karfreitagscartoons angezeigt, in denen Jesus „mit seinen Kumpels lässig am Kreuz abhängt“, oder in denen sonst eine unwitzige Verballhornung dieses Feiertages dargestellt wird. Mein Glaube an die Menschheit ist wenigstens in diesen ersten Stunden dieses Tages wiederhergestellt. Ich hoffe, dass das so bleibt. Mittlerweile konzentrieren sich die Zeichner/-innen wohl mehr auf den Osterhasen mit seinen Zustellungsproblemen, die er mangels Personal oder wegen fehlenden Rentierschlittens erfährt. Das gefällt mir tatsächlich viel besser, denn ich finde, der Karfreitag eignet sich nicht unbedingt dafür, durch den Kakao gezogen zu werden. Ob man nun Christ/-in ist oder nicht. Am besten schau ich heute im weiteren Tagesverlauf gar nicht mehr in die sog. sozialen Medien rein, dann kann mein gerade vorhandenes Glücksgefühl auch nicht wieder zuni...

Wocheneinkauf

Da morgen Karfreitag ist, war ich heute einkaufen. Also, nicht weil Karfreitag vor der Tür steht, sondern weil ich normalerweise freitags einkaufe, das morgen aber ja nicht tun kann. Nun, Sie ahnen es: ich war nicht die Einzige, die heute ihre Einkäufe erledigt hat. Es war natürlich ordentlich Betrieb in dem Laden, aber da ich genau wusste, was ich brauche, und einen Einkaufszettel parat hatte, war ich guter Dinge und tiefenentspannt. Denn immerhin hatte ich ja keine Eile; wie lange ich brauchen würde, war heute egal. Selbst mein Missgeschick, bei dem ich einer Dame versehentlich ihren Schlüsselbund aus der Hand rempelte, ließ mich sonderbar unberührt. Was mir allerdings erst heute aufgefallen ist: alle laufen in diesem Supermarkt in eine Richtung! Die gemeinsame Gehrichtung ist quasi als ungeschriebenes Gesetz in diesem Laden derart etabliert, dass ich enorme Mühe hatte, zu „Obst und Gemüse“ zurückzugehen, als mir bei den Molkereiprodukten auffiel, dass ich vorne beim Gemüse was verge...

Trauer

Vor einer Woche ist meine Schwester gestorben. Sie war gerade mal 62 Jahre alt. Zwischen dem Anruf meines Schwagers, in dem ich erfuhr, dass sie krank ist, und dem Moment ihres Todes lagen nur zwölf Tage. In jenen Tagen und auch an den Tagen nach ihrem Tod war ich nicht imstande, irgendetwas zu tun. Nicht einmal das, was mir "im normalen Leben" Freude bereitet, interessierte mich. Ich saß nur da, schaute vor mir auf den Boden und dachte an meine sterbende Schwester. Drei Tage vor ihrem Tod war ich bei ihr und habe mich verabschiedet. Nein, sie hat sich von mir verabschiedet - mit den Worten: "Ich sterb' jetzt". Sie ist am selben Krebs gestorben wie vor ihr unser Opa und zwei seiner Töchter, eine davon unsere Mutter. Das macht die Sache für uns alle natürlich nicht leichter, denn wir, die wir zurückbleiben, fragen uns jetzt bang, wer als nächstes dran ist. Mittlerweile verlaufen die Tage, also die Zeit, in der ich wach bin, wieder etwas normaler, und ich kann auc...

Was bitte ist ein "Plunger"?

Gestern stolperte ich beim Lesen über die englische Vokabel „plunger“ und lernte beim Nachlesen im Wörterbuch, dass dieses Wort auf deutsch „Plunger“ bedeutet. Nun bin ich ja Deutsche mit deutscher Muttersprache, aber „Plunger“ hatte ich noch nie gehört. Ich war völlig ahnungslos, was das sein könnte, und recherchierte sofort im Internet, um diese meine Wissenslücke zu füllen. Das Wichtige in Kürze: ich weiß jetzt immer noch nicht, was ein Plunger ist. Der erste Suchtreffer in Google war ein Link auf einen (vermeintlichen) Artikel mit der Überschrift „Plunger für Flipper“. Da hatte ich den Salat! Was ich las, war nämlich folgendes: [Ein deutsches Wort, dessen Bedeutung ich nicht kenne] für [ein anderes deutsches Wort, dessen Bedeutung ich nicht kenne]. „Plunger für Flipper“ gab mir das Gefühl, meine Muttersprache nie wirklich gelernt zu haben. Ich klickte den Titel also an in der Annahme, damit meine Verwirrung lösen zu können. Denkste! Ich gelangte zu einem Foto von einem Gegenstand, ...

Die gold'ne Sonne, oh Freud' und Wonne!

Vorgestern kam meine Frau ins Wohnzimmer gestürmt und rief: "Morgen gehst du aber aus dem Haus!" Man muss, um das zu verstehen, wissen, dass ich nicht mehr so sehr oft das Haus verlasse, seit ich nicht mehr arbeite. Ich bin (anerkannt) gehbehindert in einer Weise, die es mir sehr schwer macht, längere Waldspaziergänge oder gar Wanderungen zu unternehmen. Und da unser Hund aber jeden Tag ein ausführliches Gassi braucht, geht meine Frau i. d. R. allein mit ihm raus. Um jetzt zu verstehen, warum meine Frau diesen "Befehl" erteilte, muss man zudem wissen, dass für gestern (also den fraglichen Tag, an dem ich hinausgehen sollte) wunderbares Wetter und frühlingshafte Temperaturen vorhergesagt waren. Da fiel es mir leicht, der Anordnung Folge zu leisten und die Wanderschuhe zu schnüren. Wir haben dann tatsächlich eine wunderschöne Runde gedreht, die wir öfter machen, wenn meine Tagesform es erlaubt, eine Strecke von ca. 3 km zu bewältigen. Wir gehen dann immer auf einen Be...

Trotz allem Freude

Wenn man mit der Familie gerade dunkle Zeiten durchmacht, ist Genießen nicht ganz einfach. Da rauscht ein eigentlich schöner Tag auch mal ganz unbeachtet an einem vorbei, und man ist gefangen in quälenden Gefühlen und Ängsten. Umso schöner ist es dann, wenn man dann doch kurz herausgerissen wird aus seinem Kummer und Momente erlebt, wie sie mir gestern beschieden waren. Meine Frau hatte Geburtstag, und sie hatte beschlossen, an „ihrem“ Tag die Wanderung ihres Vereins mitzumachen, weil die geplante Strecke ihr gefällt und sie die Gemeinschaft mit ihren Wanderfreunden genießt. Da ich nicht mitwandern kann, bat sie mich, unterwegs, direkt an der Strecke, einen kleinen Stand für einen Sektumtrunk anlässlich ihres Geburtstages aufzubauen und damit die Wanderschar zu überraschen. Als die Wandersleut‘ dann um die Ecke kamen und mich da stehen sahen mit lauter Sektgläsern vor mir aufgereiht, ging ein Strahlen über sämtliche Gesichter, alle freuten und bedankten sich und meinten, meine Frau kön...

Schon wieder vorbei...

Fastnacht, Fassenacht, Fasent, Karneval, Fasching – nennen Sie es, wie Sie wollen – hinterläßt bei mir immer so einen sonderbar muffigen Geschmack auf der Zunge. Und das immer genau am Aschermittwoch. Das kommt vom Gesamtverlauf dieser „5. Jahreszeit“. Die nimmt im Januar Anlauf (Profis wissen natürlich, daß es eigentlich schon viel früher beginnt, aber…), erste Sitzungen, erste Fußgruppen in den Straßen, die die Session eröffnen, erste Termine werden gesichtet, der Karneval wird langsam Gesprächsthema, man beginnt drüber nachzudenken, wann genau in diesem Jahr Rosenmontag sein wird, Plakate tauchen am Straßenrand auf usw. usf.. Irgendwann dann nähert man sich dem Höhepunkt der Session, drei, vier Tage lang humbatäterät und helaut es überall, und dann… zack! endet das wie eine Fahrt gegen die Mauer! Von jetzt auf gleich ist alles vorbei, niemand ruft mehr Helau, die Kostüme verschwinden, das Fernsehprogramm geht zurück zu Normal, wie wenn nichts gewesen wäre, und man fragt sich bang „I...

Der Fliederbaum

Der Flieder ist weg! Gestern haben wir uns von unserem Fliederbusch verabschiedet. Vor fast 20 Jahren wurde er in unserem Garten gepflanzt. Damals war er etwas höher als kniehoch, und weil er direkt neben das Haus gesetzt werden sollte, hatte meine Frau eine Fliederart gewählt, die laut Etikett nur 1,50 m hoch wachsen würde. Nun, er gedieh recht gut, und er interessierte sich überhaupt nicht für das, was auf dem Etikett gestanden hatte, denn bis gestern war er so groß geworden, daß wir die verwelkten Blüten, die an der Baumspitze zu entfernen waren, vom Stübchenfenster im 1. OG aus erreichen konnten. Seine Hauptstämme waren so dick wie meine Oberarme. Daran, ihn selbst zu entfernen, war überhaupt nicht zu denken. Also hatten wir 2 Herren engagiert, die die schwere Arbeit für uns verrichteten. Es stellte sich nun heraus, daß das Wurzelwerk des Flieders gar nicht so gefährlich für das Mauerwerk des Hauses gewesen war, wie wir befürchtet hatten, denn die Wurzeln hatten sich an der Wand en...

Da bin ich mal wieder!

Es ist schon eine ganze Weile her, daß ich hier aktiv war. Jetzt ist die Zeit gekommen, mich umzuschauen, bzw. zu überlegen, ob ich nicht doch wieder hierherziehe, da bei meinem anderen Anbieter ein Großfeuer einige Server zerstört hat und die Backup-Server aber nicht irgendwo in einer anderen Stadt standen, sondern im selben Gebäude, in dem auch der Brand ausgebrochen war. Jetzt fragt man sich halt schon, ob sowas nicht nochmal passieren kann. Und dann? Ist vielleicht alles weg oder so zerstört bzw. verändert, wie es das jetzt auch war. Bis ich auf meiner Website (und auf der unseres Vereins) die Schriftarten und -größen usw. wiederhergestellt hatte, hatte ich einige Hürden zu überwinden, da anfangs wegen der großen Anfragenbelastung der Support nur schwer erreichbar war. Nun gut, ich werde es jetzt hier eine Weile probieren und dann weiter entscheiden...

Ich ziehe wieder weg von hier!

Ich habe mich entschieden, wieder zurückzukehren zu meiner alten Webseite , da es mir nicht gelungen ist, hier mehr Leser als dort für mich zu gewinnen. Vielleicht kommt ja mal jemand vorbei...

Schwein gehabt!

Für heute ist ja für ganz Deutschland eine Sturmwarnung ausgegeben worden, und in manchen Regionen soll man sich sogar möglichst gar nicht im Freien aufhalten. Da, wo ich wohne, fegt zwar nicht das Zentrum des Orkans drüber, aber auch hier weht ein ganz schön heftiges „Lüftchen“. Deswegen fuhr ich heute morgen auf meinem Weg zur Arbeit sehr vorsichtig, entschied mich aber, da der Wind schwächer zu sein schien, als ich gefürchtet hatte, für meine übliche Route, die auf einem Teilstück an einem Wald entlang führt. Und als ich so unterwegs war, läutete auf einmal mein Handy. Meine Freundin war dran und fragte mich, ob denn der Baum, der quer über der Weiherstraße liege, schon da gelegen habe, als ich ein halbe Stunde zuvor aus dem Dorf gefahren war. Nein, da hatte der noch nicht da gelegen. Ich hatte also offenbar großes Glück gehabt, daß er mit dem Umfallen gewartet hatte, bis ich vorbei war. Und ich durfte gar nicht drüber nachdenken, welches Risiko ich mit meiner Fahrt am Wa...

Wach' ich oder träum' ich?

Heute nacht habe ich geträumt, ich wäre irgendwo in einem Büro, wo andere arbeiteten und ich auf irgendjemanden wartete. Und weil da gerade ein unbenutzter PC rumstand und ich eine Idee für einen Text für diesen Blog hier hatte, setzte ich mich an die Tastatur und fing zu schreiben an. Aus diesem Traum wachte ich auf, gerade als ich fast eine Seite geschrieben hatte. Und just in dem ersten Wach-Moment dachte ich: „Oh, das muß ich mir merken, was ich da geschrieben habe! Das kann ich in der Tat tatsächlich so übernehmen, denn das Thema ist interessant und meine Gedanken dazu waren spritzig und unterhaltsam!“ Und kaum hatte ich das gedacht, hatte ich auch schon alles wieder vergessen.  Ich erinnere mich lediglich an den Traum als solchen, nicht aber an das, was ich in diesem Traum Geistvolles in die Tasten hämmerte.  So ist es mir übrigens auch schon mit Cartoon-Ideen gegangen, die ich träumend gehabt hatte. Entweder waren sie mir direkt nach dem Aufwachen wieder entfal...

Das Kreuz mit den Krücken

Die letzten Wochen habe ich mehrheitlich an Krücken verbracht. Nach einer Knieoperation durfte ich 2 Wochen lang das betroffene Bein nur teilweise belasten und hatte deswegen bei fast allem, was ich tat, beide Hände voll – mit eben den erwähnten Krücken. So etwas habe ich vor ca. 20 Jahren schon einmal durchlebt, und der Fehler, den ich damals machte (als ich mir nämlich ein Süppchen kochte, das ich dann wohl oder übel am Herd stehend löffeln mußte), passierte mir nicht noch einmal. Aber die logistischen Herausforderungen sind auch dann ziemlich hoch, wenn man dies bedenkt und sich auf feste Nahrung festlegt. Denn die kann man zwar im Gegensatz zur Suppe zu Transportzwecken in ein Täschchen packen, das man sich umhängt und mit sich herumtragen kann, aber man muß eben auch alles erst mal in dies Täschchen packen! Teller, Besteck, Brot, Wurst, Sprudelflasche usw. Das ist ganz schön anstrengend, und man überlegt sich dann schon, ob man nach fünf Minuten vom Tisch nochmal aufsteht,...