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Hitzewelle

Jetzt ist die (erste?) große Hitzewelle in Südwestdeutschland erst mal überstanden. Puh! Das waren harte Tage für uns und unseren Hund! Hier in der Region wurden mehrere Sommer- und Sportfeste abgesagt, Seniorentreffs gecancelt, Wanderungen abgeblasen usw. usf. Und das – man muss das ja mal bewusst aussprechen – weil das Wetter ZU GUT war! Es war zu heiß, zu viel Sonne, zu wenig Schatten! Das hätte man sich doch früher nicht träumen lassen, dass ein Sonnentag mal nicht das Ideal für die Durchführung einer Veranstaltung sein könnte! Aber das ist der Klimawandel, der macht sowas mit uns. Der lässt einen Sonnentag zur Gefahr werden, weil ein Sonnentag ohne mörderische Temperaturen offenbar nicht mehr denkbar ist. Für vorgestern war dann in meiner Wetter-App endlich mal Gewitter angesagt. Erst sollte es um 15 Uhr runterkommen, dann wurde verschoben auf 18 Uhr, dann auf 20 Uhr. Und kurz vor 20 Uhr wollte die App von einem angeblich herannahenden Gewitter gar nichts mehr wissen. Vermutlich w...

Warten beim Döner-Mann

Bei uns im Dorf gibt es seit ein paar Monaten wieder einen Döner-Mann, und wir kaufen uns dort tatsächlich hin und wieder einen „kleinen Döner“. Heute war es wieder so weit, und meine Frau schlug vor, dass sie, während ich im Laden auf unsere Döner warte, kurz mit unserem Hund im nahegelegenen Wald eine letzte Gassirunde dreht. Da es erst später Nachmittag war, rechnete ich im Döner-Laden allerdings nicht mit allzu viel Andrang, und deswegen gab ich zu bedenken, dass meine Wartezeit unter Umständen nicht dafür ausreichen werde, dass sie mit unserem Rocky wirklich den Wald erreichen und auch noch eine echte Gassirunde drehen könne. „Was, wenn ich gleich wieder draußen bin? Dann steh’ ich da, warte auf dich, und die Döner werden kalt!“ Sprach’s, schaute meiner Frau in die Augen, und gleichzeitig fingen wir zu lachen an. Wie wenn bei den aktuellen Temperaturen irgendwas kalt werden könnte! Ich hätte mich lediglich vor dem Laden in die Sonne stellen müssen, und das Fleisch hätte noch nach...

Eine ganz neue Erfahrung

Ich habe in den letzten Tagen etwas ganz Erstaunliches erlebt! Es gibt da auf dem Blockflötenmarkt seit letztem Jahr eine Blockflöten"baureihe", die sich durch eine neuartige Bauweise auszeichnet, was es erlaubt, große (also tiefe) Flöten deutlich kleiner anzufertigen als in der herkömmlichen Bauweise. Damit sind sie für Leute mit kleinen Händen und kurzen Armen besser spielbar als Flöten der "normalen" Größe. Letztes Jahr kaufte ich mir das Tenor-Modell. Alles fein, mit dem bin ich super zufrieden. Dieses Jahr kam der Bass auf den Markt, und ich kaufte auch diesen. Allerdings sprach bei dieser Flöte einer der Töne zunächst überhaupt nicht an, es kam beim Hineinblasen also nur Luft heraus, aber kein Klang. Das habe ich nach ein paar Tagen reklamiert, und man forderte mich auf, die Flöte zurückzuschicken, damit sie überarbeitet werden könne. Das tat ich, und ich bekam sie auch stante pede wieder. Nun sprach der Ton zwar an, klang aber nach wie vor so schlecht, dass e...

Zum Dicksein verdammt?

Ich gebe die Hoffnung, eines Tages wieder schlank zu sein, jetzt offiziell auf! Nach meinem Fiasko mit diesen Abnehmspritzen und nach unzähligen erfolglosen Versuchen mit gängigen Diäten habe ich in den letzten Wochen einen neuen Versuch mit sog. Abnehm-Shakes gestartet. Aktuell werde ich ja zugeschüttet mit Werbung für Drinks unterschiedlichster Anbieter, und für ein Produkt habe ich mich dann irgendwann entschieden. Ich hatte die Sorten Erdbeere, Banane und Schoko gewählt. Und an dem Wörtchen „hatte“ erkennen Sie als gewiefte/r Leser/in sicher sofort, dass auch dieses Experiment nicht zum Erfolg geführt hat. Eigentlich hatte ich lediglich damit gerechnet, dass es einfach nicht funktioniert. Denn das Prinzip ist hier die reine Kalorienreduzierung (und keine „Stoffwechselumstellung“ etc.), und dass ich nur verdammt wenig zu mir nehmen kann, wenn ich mein Gewicht einfach halten will, wusste ich ja bereits, und so war ich drauf eingestellt, dass diese Kalorienreduzierung bei mir zum Gewi...

Verbrecher sind unter uns

Ach gucke, das ist ja interessant! Da wird mir seit Tagen auf Facebook immer mal wieder ein Text angeboten, der das Für und Wider von Abnehmspritzen darlegen soll. Und ich denke schon tagelang darüber nach, auch mal meine Erfahrungen zu schildern, die ich mit diesem Teufelszeug gemacht habe. Denn alle Kommentare, die man bisher zu diesem Text sieht, sind sehr positiv. Also hab‘ ich mich jetzt hingesetzt und im Grunde das widergegeben, was ich hier in einem meiner letzten Posts geschrieben habe. Fazit: Finger weg! Dann habe ich den „Senden“-Button geklickt, und zunächst wurde mir mein gerade veröffentlichter Kommentar auch angezeigt. Beim erneuten Aufruf des Berichts allerdings war er – wie durch ein Wunder, haha! – nicht mehr zu sehen. Selbst mit der Sortierung „Neueste zuerst“ erschien mein Kommentar nicht; und das kann eigentlich nicht sein, denn innerhalb dieser wenigen Sekunden sind außer meinem keine weiteren Kommentare hinzugekommen. Allzu offensichtlich ist es also so, dass nega...

Unser einzigartiger Hund

Ich habe aufgehört, mich über unseren Hund zu wundern. Er hat einige sonderbare Angewohnheiten, dafür macht er manche Sachen ums Verrecken nicht, obwohl andere Hunde da überhaupt kein Problem mit haben. So geht er z. B. nicht durch offene Türen, wenn die Öffnung nicht mindestens 40 cm weit ist. Er ist schlank, er kommt also locker auch durch schmalere Lücken. Aber nein, eine Tür muss richtig weit geöffnet sein, damit unser Rocky sich da durch bequemt. Das befremdet insofern, als er, wenn er nach getaner Tagesmüh‘ seine Bettstatt im Wohnzimmer aufsucht, völlig verwandelt scheint. Zu seinem Bett könnte er nämlich schnurgeradeaus durchs Zimmer gehen, an allen Möbeln vorbei, d. h. zwischen Schrank und Tisch auf einer Fläche von mind. 130 cm Breite dahinschlendern. Aber nein, was macht unser Bube? Er geht hinterm Esstisch entlang, weiter zum ersten Sessel, der sehr dicht an der Wand steht, drückt sich hinter diesem vorbei ins nördliche Ende der Lücke zwischen Sofa und Couchtisch, biegt am s...

Wie der Zufall so will...

Seit einigen Jahren bin ich Mitglied einer Facebook-Gruppe, die sich der Freude an Cartoons widmet. Dort werden entweder von den Mitgliedern selbst gezeichnete oder von anderen Cartoonisten geteilte Cartoons gezeigt. Ich zeichne ja selbst, und ich bin sozusagen die einzige, die täglich da einen raushaut. Das aber nur nebenbei. Vor ein paar Jahren kam der Wunsch in der Gruppe auf, dass die Gruppe ein schöneres Titelbild erhalten sollte. Das ursprüngliche war wenig aussagekräftig und hätte besser zu einer Comic-Gruppe gepasst. Also rief der Betreiber der Gruppe die Mitglieder auf, entsprechende Zeichnungen einzureichen, und aus den Einreichungen sollte dann demokratisch das neue Titelbild ausgewählt werden. Um es kurz zu machen: meine Einreichung hat damals das Rennen gemacht, und seitdem ziert sie den Kopfbereich der Gruppe. Schon lange habe ich über diese Zeichnung gar nicht mehr nachgedacht; sie war halt einfach immer da zu sehen. Aber nun trug es sich zu, dass meine Schwester um Aufn...

Es ist ja nicht so...

Es ist ja nicht so, dass ich lediglich nach zehn Jahren der Ruhe in meinem Darm wieder eine Entzündung erlitten habe. Nein, das CT hat auch noch ergeben, dass eigentlich gar kein Grund ersichtlich ist, warum der sich entzündet hat. Pure Boshaftigkeit wahrscheinlich. (Nun ja, ich will nicht ungerecht sein; dass keine Divertikel mehr da sind, war schon eine gute Nachricht.) Und dann ist es ja nicht so, dass ich einfach ein paar Antibiotika-Tabletten nehme, und alles ist wieder gut. Erst schien es zwar so, aber kaum stehe ich nach der guten Nachricht – nämlich dass alles wieder ruhig ist im Gekröse – in meiner Küche und schnibble Gurken, fangen meine Füße an zu kochen und meine Beine sich zu röten wie ein Hummer im Kochwasser. Zu allem Elend habe ich also auch noch auf eines der Antibiotika allergisch reagiert (bei dem hatte ich schon beim Anblick der Schachtel ein ungutes Gefühl, warum auch immer…) und eilte daher mit rauchenden Reifen zurück in die Arztpraxis, wo man mir noch rasch vor ...

Der frühe Vogel

Heute morgen hörte ich ihn wieder, den Viertel-vor-vier-Schnepper! Ich weiß ja inzwischen, dass das frühe Gezwitscher nichts anderes ist als die Botschaft an die Gefährten, dass der Zwitschernde die Nacht überlebt hat. Das mag für den einen eine gute, den anderen eine eher schlechte Nachricht sein. Je nach Sympathie halt 😉 . Und je nachdem, wie gern man um viertel vor vier geweckt wird... Ich habe ja gottlob immer meine Gummistöpsel in den Ohren, so dass der Ruf des Viertel-vor-vier-Schneppers nur gedämpft an mein Ohr dringt. Aber trotzdem denke ich manchmal, er könnte doch sein Überleben auch zwei Stunden später erst verkünden, oder? Denn außer seinen engsten Familienangehörigen dürften alle anderen Vogelfamilien um diese Zeit noch schlafen, und die freuen sich doch bestimmt ähnlich „arg“ wie ich, wenn sie den frühen Gesang ihres Nachbarn vernehmen. Aber nein, zwei Stunden später ist er schon wieder still, vermutlich entkräftet von seiner lautstarken Darbietung am allzu frühen Morgen...

Geschichten, die man nicht erfinden kann

Manche Geschichten kann man nicht erfinden, die schreibt das Leben, und man steht ihnen sprachlos vis à vis. Folgendes trug sich zu: für eine Veranstaltung musste ich ein paar Vereinskolleginnen um Kuchenspenden bitten, und eine der Damen, die mir auch eine zusagten, bat allerdings darum, ich solle den Kuchen heute nachmittag bei ihr zu Hause abholen. Kein Problem, sagte ich da, mach‘ ich gern. Heute nachmittag läutete ich also bei den Leuten an der Tür. Nichts rührte sich. Hm, dachte ich da, vielleicht haben sie die Glocke nicht gehört, und läutete einfach nochmal. Wieder nichts. Da ich das seltsam fand, da wir ja „verabredet“ waren, ging ich ums Haus herum, um zu schauen, ob vielleicht jemand im Garten war. Nein, da war niemand, aber das Auto des Ehepaares stand vor der Tür. Da keimte in mir doch nochmal ein Körnchen Hoffnung, dass vielleicht doch jemand zu Hause war, und deswegen, und nur deswegen, läutete ich ein drittes Mal. Auf einmal sah ich durch die Haustür drinnen die Wohnung...

Schnipp schnapp, Haare ab!

Haben Sie sich bei Facebook oder youtube oder wo auch immer mal ein paar der Friseurvideos angeschaut, die dort kursieren? Ich mach‘ das ja total oft und gern, und deswegen kriege ich auch immer wieder neue angezeigt. Ich mach' mir mittlerweile einen Spaß daraus, mir schon aus den ersten Sätzen des Beratungsgesprächs und den ersten Handgriffen der Fachperson eine ungefähre Ahnung herzuleiten, mit was für einer Frisur die Kundin (meistens sind es Frauen, die da im Stuhl sitzen) am Ende nach Hause gehen wird. Wie das geht, fragen Sie sich? Ich verrate es Ihnen: je nach dem, wie die Fachkraft, also der Friseur oder die Friseurin, das Haar der Kundin anfasst und betrachtet, weiß ich sofort: diese Dame wird ihre langen Haare nicht los, sondern wird lediglich frisch frisiert und neu gefärbt. Oder aber: heute fallen hier jede Menge Haare, und die Kundin geht mit einem Kurzhaarschnitt nach Hause. Hierauf müssen Sie dabei achten: ein/e Friseur/in, der/die die langen Haare einer Kundin liebe...

Nicht viel los hier...

Bei blogspot kann ich sehen, wieviele Aufrufe meine Texte bisher erfahren haben. Das sind nicht sehr viele, offenbar findet kaum jemand den Weg hierher. Und wer ihn je gefunden hat, zieht möglicherweise nach ein bis zwei Texten gelangweilt seiner Wege. Meinen letzten Post hat z. B. außer mir keiner aufgerufen. Diese Gewissheit öffnet mir natürlich auch irgendwie Tür und Tor – ich könnte hier ablästern, über meine Mitmenschen schimpfen, den Maier Gustav von nebenan einen Drecksack nennen (obwohl es den Maier Gustav gar nicht gibt) und, wenn ich wollte, hier die feinsten Lügengeschichten erzählen. Niemand nähme es zur Kenntnis, und keiner würde mich daher der üblen Nachrede bezichtigen. Aber all das würde mir überhaupt keine Freude machen. Viel lieber lache ich mit anderen, erzähle von heiteren Episoden meines Lebens, möchte mein Augenmerk auf das Schöne und Genießenswerte meines Daseins richten. Wenn ich den Maier Gustav einen Drecksack nenne, treibt das nur meinen Blutdruck in die Höhe...

Die menschliche Natur

Ich habe jetzt einige Lebensjahre auf dem Buckel - und die damit verbundene Lebenserfahrung, die mich manches gelassener sehen lässt als noch vor 20 Jahren. Ich werde allerdings wohl nie an den Punkt kommen, an dem ich sage „Nichts Menschliches ist mir mehr fremd“. Erst vorgestern war es nämlich wieder so weit, dass ich sprachlos wurde. Das kam so: Wir hatten eine Veranstaltung mit unserem Verein, bei der wir mitten im Wald Weißwürste garten und mit Brezeln und süßem Senf den Teilnehmern servierten. Da das, wie gesagt, mitten im Wald passierte, mussten wir natürlich einen Topf voll Wasser parat haben, einen Gaskocher und entsprechendes Geschirr. Kocher und Topf brachte einer unserer Vereinskollegen mit, und das Wasser, in dem die Würste erhitzt werden sollten, hatte ich in einen eigens dafür ausgeliehenen Wasserkanister einer Vereinskollegin abgefüllt. Wir brauchten von den mitgebrachten 20 Litern allerdings nur etwa die Hälfte. Nun, das Treffen fand statt, und als alles vorbei war und...

Der Traum vom Idealgewicht

Heute wird auf web.de Schauspielerin Elena Uhlig zitiert, die verkündet, jetzt ebenfalls zur Abnehmspritze greifen zu wollen, obwohl sie bisher immer ihre Rundungen verteidigt hat und (angeblich) zu ihnen stand. Nun sei ihr Grund, es damit doch mal zu probieren, der, dass sie an einem Nabelbruch und an einer entzündeten Fußsehne operiert werden müsse, wofür sie vorab auf ärztlichen Rat hin zwölf Kilo abnehmen wolle/solle/müsse. Also, ich habe noch nie gehört, dass man für eine OP am Fuß kein Übergewicht haben darf. Beim Nabelbruch kann ich mir wohl vorstellen, dass Bauchfett störend sein kann, aber auch da zweifle ich an, dass ihr eine Gewichtsabnahme von genau 12 Kilo vorgegeben worden ist. Sei’s, wie’s ist: aufgelacht habe ich, als ich folgendes las: „… Zugleich äußerte sie die Hoffnung, das Präparat möge wirken, ohne ihr Wohlbefinden oder ihre Lust am Essen zu beeinträchtigen. …“ Na, das kann sie sich mal getrost abschminken! Ich habe diese Spritzen ausprobiert, und ich habe nach de...

Freiburg, du Begeisternde!

Wenn Sie heute schon wissen, dass Sie dereinst, wenn eine bestimmte, Ihnen nahestehende Person sterben wird, der Mensch sein werden, der sich um die Sterbeformalitäten und den Nachlass kümmern soll, dann rate ich Ihnen: stellen Sie sicher, dass diese Person ihren letzten Atemzug in Freiburg tut! Besonders wenn der Sterbefall nicht dem Standard entsprechen sollte. Ich erkläre Ihnen das kurz: meine Tante ist vor ein paar Tagen in Freiburg gestorben. Und weil sie ihren Körper der Wissenschaft vermacht hat, liegt sie aktuell nicht bei einem Bestatter, sondern in der Anatomie der Uni. Dorthin gingen natürlich zunächst auch alle ihre Papiere – Todesbescheinigung, Personalausweis etc. Das heißt aber: kein Bestatter kann für mich, die ich in diesem Fall für alles zuständig bin, die Formalitäten ggü. den Behörden übernehmen, da ich ja keine entsprechenden Dokumente vorlegen kann. Alles, was ich anfangs wusste, war, dass alles wohl durch die Stadt Freiburg erledigt werde, und ich mich lediglich ...

Projektarbeit

Vor einiger Zeit habe ich wieder angefangen zu stricken. Ein Kuscheltier für meine Großnichte, dann fertigte ich einen Pullover für mich, und weil ich auf einmal wieder so viel Spaß am Handarbeiten hatte, begann ich auch noch eine Häkelarbeit. Kurz: ich brauchte bald dringend eine Handarbeitstasche. Wenn man sich in einschlägigen Facebook-Gruppen nach „Handarbeitstasche“ erkundigt, nach Erfahrungen fragt und Empfehlungen erbittet, staunt man allerdings nicht schlecht. Denn das, was früher ein „Strickzeug“ war, ist heute ein „Projekt“. Die Damen (und Herren), die sich da tummeln, haben nicht etwa mehrere Strickzeuge in Arbeit, sondern erzählen von ihren Projekten, die sie natürlich nicht in einer schnöden Handarbeitstasche, sondern in einer Projekttasche zur Nacht betten. Und tatsächlich: auch die Händler, die solche Taschen vertreiben, verkaufen solche als „Projekttaschen“, und ganz ehrlich: mehr als ein Mal schlug ich mir bei der Suche nach was Passendem für mich an die Stirn. Fast wa...

Welche Hand soll's denn sein?

Ich gehöre einer Minderheit an. Jawohl, das kann ich bestimmt von mir behaupten. Es ist keine, die irgendwie um Beachtung oder Gleichberechtigung kämpfen muss oder irgendwie beleidigend diskriminiert wird, auch schimpft anderweitig niemand über sie. Denn die meisten Menschen werden sich der Existenz dieser Minderheitengruppe gar nicht bewusst sein. Und wenn, dann ist sie ihnen egal. Denn: ich bin (nahezu) Beidhänderin. Meine linke Hand ist zwar die stärkere, aber ganz viele, also fast die Hälfte aller Tätigkeiten vollführe ich – ohne darüber nachzudenken – mit der Rechten. Und ich täte mich schwer, diese Tätigkeiten mit links zu verrichten. Obwohl man ja gemeinhin davon ausgeht, dass, was man mit der schwächeren Hand kann, man auf jeden Fall auch mit der stärkeren kann. Dem ist aber nicht so. So putze ich zwar mit der linken Hand meine Zähne, aber das Waschbecken reibe ich hinterher mit der rechten Hand sauber. Nie im Leben würde ich dafür die Linke zur Hand nehmen (kleiner Scherz am R...

Kindle

Seit vielen Jahren schon nutze ich den Ebook-Reader von Amazon. Einen Kindle Paperwhite, der damals der neueste und heißeste Scheiß war. Der funktioniert auch immer noch. Nun erhielt ich allerdings von Amazon eine Mail, die mich darüber informierte, dass das auf mich registrierte Kindle-Modell aus der Wartung genommen wird. Das heißt: Bücher, die ich darauf geladen habe, kann ich nach wie vor zwar lesen, so lange mein Gerät noch funktionstauglich ist. Nur neue Bücher kann ich keine mehr draufladen, weil – wie gesagt – dieses Modell sozusagen deaktiviert wird. Aber man habe da ein super Angebot für mich: mit 20% Rabatt könne ich als alte Kindle-Kundin jetzt ein neues Gerät kaufen und damit weiterhin alte und neu zu erwerbende Bücher genießen. Gut, 20% sind immerhin 20%, und da ich weiß, dass ich auch weiter den Ebook-Reader nutzen möchte, habe ich mich drangesetzt, eine Auswahl zu treffen. Mhh, da ging es schon los! Das Rabatt-Angebot gilt gar nicht für alle Geräte. Nur bei dem, das mei...

Gewichtiges

Ich bin zu dick. Das steht außer Frage. Das will ich nicht (und man kann es nicht) schönreden. Jeder sieht es. Aber ein wenig stolz bin ich wenigstens darauf, dass ich an Weihnachten 2024 zwar meinen absoluten, schockierenden Höchststand erreicht hatte, den ich Anfang 2025 allerdings um einige Kilos wieder reduzieren konnte. Und seither – und das ist das, worauf ich stolz bin – habe ich zumindest dieses Gewicht einigermaßen gut gehalten. Bis dieses Jahr Ostern. Da gönnten meine Frau und ich uns wieder ein wunderbar köstliches Sterne-Menu, das wir uns im Internet bestellt hatten; und da kurz zuvor Valentinstag gewesen war, und wir diesen ebenfalls mit einem solchen Menu gefeiert hatten, waren „plötzlich“ wieder fast zwei Kilo mehr auf der Waage zu sehen. Knapp eines davon ist jetzt wieder weg, denn ich achte in den letzten Tagen verstärkt darauf, mich wieder mit meinen üblichen, recht bescheidenen Mengen zu ernähren und nicht allzu viel zu naschen. Allerdings muss ich dabei wachsam blei...

Ganz schön vermessen!

Ich habe meiner Schwester zu Weihnachten Socken gestrickt. Über die hat sie sich auch sehr gefreut. Zum Geburtstag, der jetzt im März anstand, hatte sie sich, weil die Weihnachtssocken so schön waren, noch ein weiteres Paar gewünscht. Das habe ich allerdings schwer verhunzt; insgesamt geriet der erste der Socken viel zu kurz, er enthielt jede Menge Strickfehler, und die Spitze war völlig verkorkst. Offensichtlich war ich beim Stricken überhaupt nicht bei der Sache gewesen. Um noch einmal ein neues Paar Socken anzufangen, war mittlerweile die Zeit zu kurz, weswegen ich ihr mitteilte, dass die Geburtstagssocken später nachgereicht würden, weil ich nochmal ganz von vorn beginnen müsse. Nach Fertigstellung eines weiteren Sockens bemerkte ich, dass auch dieser nicht gerade lang geraten war, er auf jeden Fall mal für meine Füße zu klein war. Ich habe daraufhin nachgefragt, ob sie mal einen Socken, der ihr richtig gut passt, in der Länge ausmessen könne, damit ich wisse, ob dieses neu angefan...

Die Kunst modernen Marketings

Heute bin ich über den Web-Auftritt einer ehemaligen Kollegin gestolpert, die in der Firma, für die ich lange gearbeitet habe, fürs Marketing zuständig war. Und im Zuge eines Projektes, in dem wir eine App einführten, bekam ich zwangsläufig mit ihr zu tun, da so eine Neueinführung ja ordentlich vorangekündigt, angepriesen und erklärt werden muss. Die Zusammenarbeit mit ihr in diesem Projekt war mehr als schwierig für mich. Wenn sie eine ihrer Aufgaben nicht bis zum Stichtag erledigt hatte, waren immer die anderen dran schuld. Sie könne ja keine Flyer entwerfen, wenn ihr der inhaltliche Input dafür noch fehle. Ihn eingefordert oder bei der Erstellung desselben geholfen hatte sie vorher aber nie. Und wenn sie welchen geliefert bekommen hatte, an dessen Gestaltung sie nicht beteiligt worden war, war es ihr auch nicht recht, denn die Sprache, die „wir“ dann verwendet hatten, war natürlich aus Marketingsicht ein „no go“. Nur konnte sie uns bis zum Schluss nicht erklären, wieso man das Wort ...

Karfreitag

Ich kann es nicht fassen! Es ist Karfreitag, 11 Uhr, und mir wurde bisher nirgendwo, weder in Facebook noch auf Instagram, einer dieser „ach so lustigen“ Karfreitagscartoons angezeigt, in denen Jesus „mit seinen Kumpels lässig am Kreuz abhängt“, oder in denen sonst eine unwitzige Verballhornung dieses Feiertages dargestellt wird. Mein Glaube an die Menschheit ist wenigstens in diesen ersten Stunden dieses Tages wiederhergestellt. Ich hoffe, dass das so bleibt. Mittlerweile konzentrieren sich die Zeichner/-innen wohl mehr auf den Osterhasen mit seinen Zustellungsproblemen, die er mangels Personal oder wegen fehlenden Rentierschlittens erfährt. Das gefällt mir tatsächlich viel besser, denn ich finde, der Karfreitag eignet sich nicht unbedingt dafür, durch den Kakao gezogen zu werden. Ob man nun Christ/-in ist oder nicht. Am besten schau ich heute im weiteren Tagesverlauf gar nicht mehr in die sog. sozialen Medien rein, dann kann mein gerade vorhandenes Glücksgefühl auch nicht wieder zuni...

Wocheneinkauf

Da morgen Karfreitag ist, war ich heute einkaufen. Also, nicht weil Karfreitag vor der Tür steht, sondern weil ich normalerweise freitags einkaufe, das morgen aber ja nicht tun kann. Nun, Sie ahnen es: ich war nicht die Einzige, die heute ihre Einkäufe erledigt hat. Es war natürlich ordentlich Betrieb in dem Laden, aber da ich genau wusste, was ich brauche, und einen Einkaufszettel parat hatte, war ich guter Dinge und tiefenentspannt. Denn immerhin hatte ich ja keine Eile; wie lange ich brauchen würde, war heute egal. Selbst mein Missgeschick, bei dem ich einer Dame versehentlich ihren Schlüsselbund aus der Hand rempelte, ließ mich sonderbar unberührt. Was mir allerdings erst heute aufgefallen ist: alle laufen in diesem Supermarkt in eine Richtung! Die gemeinsame Gehrichtung ist quasi als ungeschriebenes Gesetz in diesem Laden derart etabliert, dass ich enorme Mühe hatte, zu „Obst und Gemüse“ zurückzugehen, als mir bei den Molkereiprodukten auffiel, dass ich vorne beim Gemüse was verge...

Trauer

Vor einer Woche ist meine Schwester gestorben. Sie war gerade mal 62 Jahre alt. Zwischen dem Anruf meines Schwagers, in dem ich erfuhr, dass sie krank ist, und dem Moment ihres Todes lagen nur zwölf Tage. In jenen Tagen und auch an den Tagen nach ihrem Tod war ich nicht imstande, irgendetwas zu tun. Nicht einmal das, was mir "im normalen Leben" Freude bereitet, interessierte mich. Ich saß nur da, schaute vor mir auf den Boden und dachte an meine sterbende Schwester. Drei Tage vor ihrem Tod war ich bei ihr und habe mich verabschiedet. Nein, sie hat sich von mir verabschiedet - mit den Worten: "Ich sterb' jetzt". Sie ist am selben Krebs gestorben wie vor ihr unser Opa und zwei seiner Töchter, eine davon unsere Mutter. Das macht die Sache für uns alle natürlich nicht leichter, denn wir, die wir zurückbleiben, fragen uns jetzt bang, wer als nächstes dran ist. Mittlerweile verlaufen die Tage, also die Zeit, in der ich wach bin, wieder etwas normaler, und ich kann auc...

Was bitte ist ein "Plunger"?

Gestern stolperte ich beim Lesen über die englische Vokabel „plunger“ und lernte beim Nachlesen im Wörterbuch, dass dieses Wort auf deutsch „Plunger“ bedeutet. Nun bin ich ja Deutsche mit deutscher Muttersprache, aber „Plunger“ hatte ich noch nie gehört. Ich war völlig ahnungslos, was das sein könnte, und recherchierte sofort im Internet, um diese meine Wissenslücke zu füllen. Das Wichtige in Kürze: ich weiß jetzt immer noch nicht, was ein Plunger ist. Der erste Suchtreffer in Google war ein Link auf einen (vermeintlichen) Artikel mit der Überschrift „Plunger für Flipper“. Da hatte ich den Salat! Was ich las, war nämlich folgendes: [Ein deutsches Wort, dessen Bedeutung ich nicht kenne] für [ein anderes deutsches Wort, dessen Bedeutung ich nicht kenne]. „Plunger für Flipper“ gab mir das Gefühl, meine Muttersprache nie wirklich gelernt zu haben. Ich klickte den Titel also an in der Annahme, damit meine Verwirrung lösen zu können. Denkste! Ich gelangte zu einem Foto von einem Gegenstand, ...

Die gold'ne Sonne, oh Freud' und Wonne!

Vorgestern kam meine Frau ins Wohnzimmer gestürmt und rief: "Morgen gehst du aber aus dem Haus!" Man muss, um das zu verstehen, wissen, dass ich nicht mehr so sehr oft das Haus verlasse, seit ich nicht mehr arbeite. Ich bin (anerkannt) gehbehindert in einer Weise, die es mir sehr schwer macht, längere Waldspaziergänge oder gar Wanderungen zu unternehmen. Und da unser Hund aber jeden Tag ein ausführliches Gassi braucht, geht meine Frau i. d. R. allein mit ihm raus. Um jetzt zu verstehen, warum meine Frau diesen "Befehl" erteilte, muss man zudem wissen, dass für gestern (also den fraglichen Tag, an dem ich hinausgehen sollte) wunderbares Wetter und frühlingshafte Temperaturen vorhergesagt waren. Da fiel es mir leicht, der Anordnung Folge zu leisten und die Wanderschuhe zu schnüren. Wir haben dann tatsächlich eine wunderschöne Runde gedreht, die wir öfter machen, wenn meine Tagesform es erlaubt, eine Strecke von ca. 3 km zu bewältigen. Wir gehen dann immer auf einen Be...

Trotz allem Freude

Wenn man mit der Familie gerade dunkle Zeiten durchmacht, ist Genießen nicht ganz einfach. Da rauscht ein eigentlich schöner Tag auch mal ganz unbeachtet an einem vorbei, und man ist gefangen in quälenden Gefühlen und Ängsten. Umso schöner ist es dann, wenn man dann doch kurz herausgerissen wird aus seinem Kummer und Momente erlebt, wie sie mir gestern beschieden waren. Meine Frau hatte Geburtstag, und sie hatte beschlossen, an „ihrem“ Tag die Wanderung ihres Vereins mitzumachen, weil die geplante Strecke ihr gefällt und sie die Gemeinschaft mit ihren Wanderfreunden genießt. Da ich nicht mitwandern kann, bat sie mich, unterwegs, direkt an der Strecke, einen kleinen Stand für einen Sektumtrunk anlässlich ihres Geburtstages aufzubauen und damit die Wanderschar zu überraschen. Als die Wandersleut‘ dann um die Ecke kamen und mich da stehen sahen mit lauter Sektgläsern vor mir aufgereiht, ging ein Strahlen über sämtliche Gesichter, alle freuten und bedankten sich und meinten, meine Frau kön...

Schon wieder vorbei...

Fastnacht, Fassenacht, Fasent, Karneval, Fasching – nennen Sie es, wie Sie wollen – hinterläßt bei mir immer so einen sonderbar muffigen Geschmack auf der Zunge. Und das immer genau am Aschermittwoch. Das kommt vom Gesamtverlauf dieser „5. Jahreszeit“. Die nimmt im Januar Anlauf (Profis wissen natürlich, daß es eigentlich schon viel früher beginnt, aber…), erste Sitzungen, erste Fußgruppen in den Straßen, die die Session eröffnen, erste Termine werden gesichtet, der Karneval wird langsam Gesprächsthema, man beginnt drüber nachzudenken, wann genau in diesem Jahr Rosenmontag sein wird, Plakate tauchen am Straßenrand auf usw. usf.. Irgendwann dann nähert man sich dem Höhepunkt der Session, drei, vier Tage lang humbatäterät und helaut es überall, und dann… zack! endet das wie eine Fahrt gegen die Mauer! Von jetzt auf gleich ist alles vorbei, niemand ruft mehr Helau, die Kostüme verschwinden, das Fernsehprogramm geht zurück zu Normal, wie wenn nichts gewesen wäre, und man fragt sich bang „I...

Der Fliederbaum

Der Flieder ist weg! Gestern haben wir uns von unserem Fliederbusch verabschiedet. Vor fast 20 Jahren wurde er in unserem Garten gepflanzt. Damals war er etwas höher als kniehoch, und weil er direkt neben das Haus gesetzt werden sollte, hatte meine Frau eine Fliederart gewählt, die laut Etikett nur 1,50 m hoch wachsen würde. Nun, er gedieh recht gut, und er interessierte sich überhaupt nicht für das, was auf dem Etikett gestanden hatte, denn bis gestern war er so groß geworden, daß wir die verwelkten Blüten, die an der Baumspitze zu entfernen waren, vom Stübchenfenster im 1. OG aus erreichen konnten. Seine Hauptstämme waren so dick wie meine Oberarme. Daran, ihn selbst zu entfernen, war überhaupt nicht zu denken. Also hatten wir 2 Herren engagiert, die die schwere Arbeit für uns verrichteten. Es stellte sich nun heraus, daß das Wurzelwerk des Flieders gar nicht so gefährlich für das Mauerwerk des Hauses gewesen war, wie wir befürchtet hatten, denn die Wurzeln hatten sich an der Wand en...

Da bin ich mal wieder!

Es ist schon eine ganze Weile her, daß ich hier aktiv war. Jetzt ist die Zeit gekommen, mich umzuschauen, bzw. zu überlegen, ob ich nicht doch wieder hierherziehe, da bei meinem anderen Anbieter ein Großfeuer einige Server zerstört hat und die Backup-Server aber nicht irgendwo in einer anderen Stadt standen, sondern im selben Gebäude, in dem auch der Brand ausgebrochen war. Jetzt fragt man sich halt schon, ob sowas nicht nochmal passieren kann. Und dann? Ist vielleicht alles weg oder so zerstört bzw. verändert, wie es das jetzt auch war. Bis ich auf meiner Website (und auf der unseres Vereins) die Schriftarten und -größen usw. wiederhergestellt hatte, hatte ich einige Hürden zu überwinden, da anfangs wegen der großen Anfragenbelastung der Support nur schwer erreichbar war. Nun gut, ich werde es jetzt hier eine Weile probieren und dann weiter entscheiden...

Ich ziehe wieder weg von hier!

Ich habe mich entschieden, wieder zurückzukehren zu meiner alten Webseite , da es mir nicht gelungen ist, hier mehr Leser als dort für mich zu gewinnen. Vielleicht kommt ja mal jemand vorbei...

Schwein gehabt!

Für heute ist ja für ganz Deutschland eine Sturmwarnung ausgegeben worden, und in manchen Regionen soll man sich sogar möglichst gar nicht im Freien aufhalten. Da, wo ich wohne, fegt zwar nicht das Zentrum des Orkans drüber, aber auch hier weht ein ganz schön heftiges „Lüftchen“. Deswegen fuhr ich heute morgen auf meinem Weg zur Arbeit sehr vorsichtig, entschied mich aber, da der Wind schwächer zu sein schien, als ich gefürchtet hatte, für meine übliche Route, die auf einem Teilstück an einem Wald entlang führt. Und als ich so unterwegs war, läutete auf einmal mein Handy. Meine Freundin war dran und fragte mich, ob denn der Baum, der quer über der Weiherstraße liege, schon da gelegen habe, als ich ein halbe Stunde zuvor aus dem Dorf gefahren war. Nein, da hatte der noch nicht da gelegen. Ich hatte also offenbar großes Glück gehabt, daß er mit dem Umfallen gewartet hatte, bis ich vorbei war. Und ich durfte gar nicht drüber nachdenken, welches Risiko ich mit meiner Fahrt am Wa...

Wach' ich oder träum' ich?

Heute nacht habe ich geträumt, ich wäre irgendwo in einem Büro, wo andere arbeiteten und ich auf irgendjemanden wartete. Und weil da gerade ein unbenutzter PC rumstand und ich eine Idee für einen Text für diesen Blog hier hatte, setzte ich mich an die Tastatur und fing zu schreiben an. Aus diesem Traum wachte ich auf, gerade als ich fast eine Seite geschrieben hatte. Und just in dem ersten Wach-Moment dachte ich: „Oh, das muß ich mir merken, was ich da geschrieben habe! Das kann ich in der Tat tatsächlich so übernehmen, denn das Thema ist interessant und meine Gedanken dazu waren spritzig und unterhaltsam!“ Und kaum hatte ich das gedacht, hatte ich auch schon alles wieder vergessen.  Ich erinnere mich lediglich an den Traum als solchen, nicht aber an das, was ich in diesem Traum Geistvolles in die Tasten hämmerte.  So ist es mir übrigens auch schon mit Cartoon-Ideen gegangen, die ich träumend gehabt hatte. Entweder waren sie mir direkt nach dem Aufwachen wieder entfal...

Das Kreuz mit den Krücken

Die letzten Wochen habe ich mehrheitlich an Krücken verbracht. Nach einer Knieoperation durfte ich 2 Wochen lang das betroffene Bein nur teilweise belasten und hatte deswegen bei fast allem, was ich tat, beide Hände voll – mit eben den erwähnten Krücken. So etwas habe ich vor ca. 20 Jahren schon einmal durchlebt, und der Fehler, den ich damals machte (als ich mir nämlich ein Süppchen kochte, das ich dann wohl oder übel am Herd stehend löffeln mußte), passierte mir nicht noch einmal. Aber die logistischen Herausforderungen sind auch dann ziemlich hoch, wenn man dies bedenkt und sich auf feste Nahrung festlegt. Denn die kann man zwar im Gegensatz zur Suppe zu Transportzwecken in ein Täschchen packen, das man sich umhängt und mit sich herumtragen kann, aber man muß eben auch alles erst mal in dies Täschchen packen! Teller, Besteck, Brot, Wurst, Sprudelflasche usw. Das ist ganz schön anstrengend, und man überlegt sich dann schon, ob man nach fünf Minuten vom Tisch nochmal aufsteht,...

Die Sache mit dem Karma

Heute las ich in einem Artikel, daß in Vietnam eine Frau ihre drei Wochen alte Enkelin umgebracht hat, weil eine Wahrsagerin geweissagt hat, die Kleine würde sich irgendwann als schädlich für das Karma der Familie erweisen. Ein Kommentator meinte dann auch direkt, die Weissagung habe sich ja offenbar umgehend erfüllt, denn die Tat der Oma könne man getrost als karmaschädlich einstufen. Bei der Sache mit dem Karma geht es ja darum, daß – wenn man daran glaubt – jede Tat, jede Handlung, die ein Mensch vollzieht, in irgendeiner unbestimmten Zukunft Auswirkungen zeigen wird. Ist sie schlecht fürs Karma, verlängert und erschwert sie somit den weiteren Lauf des Wiedergeborenwerdens; ist sie gut fürs Karma, besteht die Chance, daß sich die Anzahl der anstehenden Wiedergeburten verringert. Nun mag die Mörderin zwar eine Karmagläubige sein, verstanden hat sie das Prinzip aber offenbar nicht. Denn sie kann ja unmöglich davon ausgehen, daß das Familienkarma durch den Mord, den sie begang...

Umgang mit dem Tod - früher und heute

Las ich doch dieser Tage in einem anderen Blog über die Geschichte zweier Brüder, die unter auffallend ähnlichen Umständen innerhalb weniger Tage den Tod gefunden hatten. Angeblich waren beide im 19. Jhdt. das Opfer von Pferdehufen und Wagenräder geworden. Autorin und Leser/-innen waren natürlich sofort hellhörig, und schon patschten sich alle in die Hände vor Aufregung bei dem Gedanken, da könne es doch nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Auch ich patschte, runzelte die Stirn und wunderte mich über so viel Naivität der Behörden, die diese Übereinstimmung offenbar nicht verdächtig gefunden und die Todesfälle nicht näher unter die Lupe genommen hatten. Heute nun im selben Blog zu lesen, dass sich lt. anderer Unterlagen doch alles anders zugetragen hatte, nahm den ganzen Umständen die vermeintlich kriminelle Note und gab mir das Vertrauen zurück, dass auch in damaligen Zeiten Todesumstände nur dann einfach so hingenommen wurden, wenn sie eindeutig „natürlicher Art“ waren. ...

Männer am Werk

Produktverpackungen müssen ja relativ häufig für öffentliche Aufreger herhalten. Mal sind es Mogelpackungen, die mehr Inhalt vorgaukeln, als drin ist.  Mal sind es Verpackungen, die so stabil und solide sind, daß die Kraft einer durchschnittlichen Dame über 80 (und nicht selten auch darunter) nicht ausreicht, die ohne Werkzeug zu öffnen. Oft werden auch Dinge verpackt, die die Natur bereits mit einer Verpackung versehen hat (wie z. B. Bananen oder Gurken), und die daher einer weiteren Hülle eigentlich nicht mehr bedürfen. Undsoweiter undsofort… Es gibt aber auch Verpackungen, die nicht nur sinnvoll, sondern unentbehrlich sind. Was industriell in riesigen Mengen hergestellt wird und in bestimmten konstanten Anzahlen oder Gewichten im Gebinde zu einem festen Preis verkauft wird, muß in ebenjenen Anzahlen auch verpackt werden. Oft sind diese Packungen mit einer Öffnungshilfe versehen – einem Aufreißfaden, einer Perforation, einer Öse zum Anheben des Dosendeckels usw. Un...

Digitaler Analphabetismus

Heute vormittag hat meine Kollegin ihrem Vater per Whatsapp ein Foto von sich und ihrem stetig wachsenden Babybauch geschickt. Wenige Minuten später lachte sie laut auf und berichtete mir, ihr Vater habe dieses Bild nun als sein Profilbild eingestellt. „Das war bestimmt ein Versehen!“, rief sie prustend, „der weiß nämlich gar nicht, wie man das macht!“ Ich schüttelte wortlos den Kopf, denn aus anderen Erzählungen weiß ich schon, daß die Eltern meiner Kollegin eher zu den digitalen Analphabeten gehören – obwohl sie noch gar nicht so alt sind und durchaus gebildet. Aber alles, was in den Computerbereich hineinspielt, muß ihre Tochten ihnen richten, sonst kriegen sie da nichts zum Laufen. Es dauerte auch gar nicht lang, da kicherte meine Kollegin wieder, denn ihr Papa hatte den Motivwechsel gerade bemerkt und sie tatsächlich gefragt, ob sie denn wohl dieses Babybauchbild gerade auf seinem Handy als sein Profilbild eingestellt habe. Diesmal ließ ich meinen Kopf wortlos auf meine...

Marketing im kulinarischen Sektor

Heute hat meine Kollegin für unsere Süßigkeitentheke eine Tüte Magenbrot mitgebracht. Wenn auf der Theke etwas liegt, darf jeder, der vorbeikommt, sich davon nehmen. Da die Kollegin selbst die Tüte Magenbrot schon geöffnet hatte, griff ich vorhin auch zu. Ich mag Magenbrot sehr gern, und als ich das sagte, unterhielten wir uns eine Weile über die Sachen, die wir in der Weihnachtszeit für unentbehrlich halten, weil ohne die kein richtiges Weihnachten sein kann. Dabei stellte sich heraus, daß jene Kollegin, die das Magenbrot mitgebracht hat, selbst gar nicht so scharf drauf ist. Und wie wir so plaudern, sage ich, „Magenbrot“ sei ja eigentlich ein Name, der nicht wirklich sehr appetitlich klinge. Und durch diese Überlegung kamen wir dazu, eine kleine Sammlung anzulegen von Gerichten, deren Namen rein marketingtechnisch eine Katastrophe sind, weil sie eher zum Ausspucken animieren als zum Essen und Genießen. Fangen wir an: Haferschleim – geht es schlimmer als so?? Wer wil...

Die J- und F-Knubbel

Als ich in den Achtzigern meine Banklehre antrat, war ich gerade vom allgemeinbildenden Gymnasium gekommen und konnte ein bißchen was über den Zitronensäurezyklus, die richtige Verwendung des Subjonctif im Französischen und auch einige Worte auf Englisch sagen – aber Buchführung, Zinsrechnung oder Maschinenschreiben hatte ich nie gelernt. Also belegte ich, weil das in der Berufsschule als Fach nicht vorgesehen war, einen Schreibmaschinenkurs bei der Volkshochschule. Ich lernte das Maschinenschreiben auf damals hochmodernen Typenradmaschinen, mußte mich also mit der für mechanische Maschinen notwendigen Kraftanstrengung nicht herumplagen. So gelang schon damals recht einfach das Blindschreiben, daß ich also, ohne auf die Tastatur schauen zu müssen, die richtigen Buchstaben anschlug. Dafür gibt es, lernte ich damals, bei den Buchstaben F und J je einen kleinen Knubbel auf den Tasten, damit man dort –  ebenfalls ohne hinzuschauen, sondern einfach nur tastend –  zu Begi...

Do it yourself - The Queens of Rolladengurt!

Gestern haben wir den Rolladengurt in unserem Schlafzimmer gewechselt. Was in einem Satz mit nur neun Wörtern so schlicht da steht, war allerdings ein längerer Prozeß. Es war nicht der erste Rolladengurt, den wir selbst gewechselt haben. Wir haben das in vergangenen Jahren schon häufiger selbst gemacht, aber es lagen zwischen dem einen und dem nächsten Wechsel immer mindestens mehrere Monate. So genau erinnerten wir uns also nicht daran, wie wir beim letzten Mal vorgegangen waren. Von unseren früheren Versuchen hatten wir noch eine Anleitung, die wir aus dem Internet mal ausgedruckt hatten, in der Schublade bei dem Auswechselgurt liegen, der gestern nun dran glauben mußte. Schritt 1 (Aufschrauben des Kästchens mit dem Gurtspanner und Entfernen des Altgurts aus demselben) klappte noch ganz prima. Alle nächsten Schritte aber paßten nicht wirklich auf unsere Gegebenheiten, da man beim Vorgehen durchaus auch die Bauweise des Rolladenkastens berücksichtigen muß. Gurtspulen und ...

Blubbern für die Stimmgesundheit

Ich habe ja jahrelang auf dem Vorläufer dieses Blogs meine Episoden aus dem Chorleben erzählt, was seit einiger Zeit schon nicht mehr geschieht, weil ich das Chorsingen wegen ständiger Stimmprobleme aufgegeben habe. Nun habe ich dieser Tage eine Dame wiedergetroffen, die in ebenjenem, meinem ehemaligen Chor nach wie vor singt und mich bei der Gelegenheit nach meinem stimmlichen Befinden fragte. Ich gab offen zu, daß ich skeptisch bin, was die Genesung meiner Stimme anbelangt, und daß ich wahrscheinlich so bald nicht wieder einsteigen werde. Da wies sie mich auf eine Methode hin, mit der man ganz sanft mit einfachstem Hilfsmittel diverseste Stimmstörungen „wegüben“ kann. Bei dem Hilfsmittel handelt es sich um einen Silikonschlauch, den man in eine gewisse Menge Wasser taucht, und durch den man dann auf den Laut „Uuuuuu“ in das Wasser quasi hineinsingt. Das Wasser beginnt dadurch zu blubbern, und es entsteht ein Gegendruck durch die Luftröhre auf den Stimmapparat, der eine Lockeru...

Abschied einmal anders

Gestern war ich bei einer höchst sonderbaren Trauerfeier. Das heißt, die Feier an sich war nicht ungewöhnlich, eine ganz normale protestantische Trauerfeier eben. Sonderbar war, daß der Pfarrer, der sie abhielt, die Trauergemeinde in dem Glauben ließ, es handele sich um eine Trauerfeier mit Beerdigung („Heute müssen wir Herrn XY… beerdigen…“). Tatsächlich aber war man gestern lediglich zum Abschiednehmen zusammengekommen; der Verstorbene wird jetzt erst noch eingeäschert, bevor er beerdigt wird. Und so war das Ende der Feier das eigentlich Befremdliche an dem Ganzen, denn der Friedhofsangestellte öffnete die Glasflügeltür, die zum Friedhof führt, wie wenn nun gleich der Sarg dort hindurchgeschoben und man sich gemeinsam auf den Weg zur letzten Ruhestätte machen würde. Durch diese Tür ging aber nur der Pfarrer (wortlos und ohne einen weiteren Hinweis), der Sarg wurde durch eine andere Tür rechts abbiegend wieder nach hinten gefahren, wo die Toten normalerweise auf ihre Bestattung...

Machense mal den Arm frei!

Vor einiger Zeit habe ich meinen Hausarzt gewechselt. Seit langem schon war ich mit meinem bisherigen nämlich nicht zufrieden gewesen. Immer wenn ich zu ihm kam, war deutlich zu spüren, daß er es eigentlich gar nicht leiden konnte, wenn jemand sein Sprechzimmer betrat, und daß er am liebsten alles unter der Tür schon besprochen hätte, damit er mich nicht anfassen mußte und mein Aufenthalt bei ihm nicht länger als 2 Minuten dauerte. Tatsächlich hat er rein diagnostisch oder bei der Behandlung meiner Zipperlein keine Fehler gemacht, aber betreut fühlte ich mich nicht, zumal ich ihm bei jedem meiner Besuche wieder in Erinnerung rufen mußte, welche Medikamente ich gegen welche Krankheiten regelmäßig nehme. Nun gehe ich – wie gesagt – zu einem anderen Arzt. Er ist nicht bei uns im Ort, aber der Fahrweg dorthin ist auch nicht allzu weit. Bei meinem ersten Besuch war ich knapp eine Stunde bei ihm, er nahm meine Krankengeschichte auf, meine aktuelle Medikation und erzählte mir dann,...

Klassenkeile

Die eine Partei will die neue Regierung „jagen“, die andere kündigt an, ihr „eine in die Fresse“ zu geben. Das fängt ja gut an! Einfach so da hingeschrieben liest sich das wie das wütende Geheul von Kindern an der Schwelle zur Pubertät. Aber leider hat das eine ein Mann im Rentenalter, und das andere eine gestandene Politikerin geäußert. Und da fragt man sich schon, wieso sich erwachsene Menschen wie die Loser einer Schulklasse verhalten, die dem Mitschüler, der bei einer Klassenarbeit mit Notendurchschnitt 4,3 als einziger eine 2- geschafft hat, die Brille entreißen und in den Dreck werfen wollen. Viele sind jetzt angriffslustig, die Nerven liegen blank – bei den einen wegen des Frusts, bei den anderen angestachelt von der Euphorie, die der Wahlerfolg ihnen bereitet. Selbst die mit der Brille auf der Nase, also die Streber mit der 2-, hauen sich gegenseitig die Schulhefte um die Ohren, wobei nur die Klassenbeste ruhig im Getümmel steht und wartet, bis die Hefte zerfleddert si...

Kann ich Kommas setzen - oder muß ich?

Ich habe gerade einen Online-Test absolviert, der meine Kenntnisse zur korrekten Kommasetzung abgeprüft hat. Ich war darauf vorbereitet, daß dieser Test selbstredend die neuen Regeln abfragen würde – denn die alten gelten ja mittlerweile als falsch bzw. als Kann-Regeln, auch wenn ich persönlich heftig um sie als verpflichtend trauere. Ich biß also die Zähne zusammen und bewertete die Kommas in den Testsätzen nach den neuen Kommaregeln, so weit diese mir bekannt sind. Das Testergebnis lautete schlicht: „Ja gut, du hast es drauf!“ Und das, obwohl ich nur 7 von 9 richtig bewertet hatte. Und die zwei, bei denen ich falsch gelegen hatte, waren von der Sorte, bei der mittlerweile tatsächlich ein Komma an der Stelle gesetzt werden kann, an der der Sprecher entweder Luft holt oder noch einmal kurz innehält, um genau zu überlegen, was er denn nun im weiteren Verlauf des Satzes sagen will. Wie man diese Kommas erkären will (im Sinne einer Regel), weiß ich nicht, und ich werde es auch ni...

Bundestagsqual 2017

Eine Partei, der direkt nach der aus ihrer Sicht sehr erfolgreichen Wahl die Vorsitzende davonläuft, indem diese verkündet, als unabhängige Abgeordnete in den Bundestag gehen zu wollen und nicht für „ihre“ Partei, kann man eigentlich nicht, muß man aber leider ernst nehmen. Da kann ein Herr Meuthen sich noch so sehr abmühen mit seinen Beteuerungen, die AfD sei keine Nazi-Partei, sondern lediglich sehr konservativ geprägt, wenn seine Co-Vorsitzende kurz vor der Wahl ganz offiziell Verständnis für die Bürger zeigt, die die abseitigen Absonderungen einiger ihrer Parteikollegen für inakzeptabel halten. Und um wessen Äußerungen es sich dabei handelte, brauchte nicht ausgesprochen zu werden. Wer die AfD lediglich aus Enttäuschung über die etablierten Parteien gewählt hat, hat offenbar einem Herrn Gauland im Vorfeld nie richtig zugehört und den Herrn Höcke einfach ignoriert.  Die Zeiten, in denen die AfD hauptsächlich eine sehr konservative Partei sein wollte, sind schon viel zu ...