Posts

Es werden Posts vom Mai, 2026 angezeigt.

Der frühe Vogel

Heute morgen hörte ich ihn wieder, den Viertel-vor-vier-Schnepper! Ich weiß ja inzwischen, dass das frühe Gezwitscher nichts anderes ist als die Botschaft an die Gefährten, dass der Zwitschernde die Nacht überlebt hat. Das mag für den einen eine gute, den anderen eine eher schlechte Nachricht sein. Je nach Sympathie halt 😉 . Und je nachdem, wie gern man um viertel vor vier geweckt wird... Ich habe ja gottlob immer meine Gummistöpsel in den Ohren, so dass der Ruf des Viertel-vor-vier-Schneppers nur gedämpft an mein Ohr dringt. Aber trotzdem denke ich manchmal, er könnte doch sein Überleben auch zwei Stunden später erst verkünden, oder? Denn außer seinen engsten Familienangehörigen dürften alle anderen Vogelfamilien um diese Zeit noch schlafen, und die freuen sich doch bestimmt ähnlich „arg“ wie ich, wenn sie den frühen Gesang ihres Nachbarn vernehmen. Aber nein, zwei Stunden später ist er schon wieder still, vermutlich entkräftet von seiner lautstarken Darbietung am allzu frühen Morgen...

Geschichten, die man nicht erfinden kann

Manche Geschichten kann man nicht erfinden, die schreibt das Leben, und man steht ihnen sprachlos vis à vis. Folgendes trug sich zu: für eine Veranstaltung musste ich ein paar Vereinskolleginnen um Kuchenspenden bitten, und eine der Damen, die mir auch eine zusagten, bat allerdings darum, ich solle den Kuchen heute nachmittag bei ihr zu Hause abholen. Kein Problem, sagte ich da, mach‘ ich gern. Heute nachmittag läutete ich also bei den Leuten an der Tür. Nichts rührte sich. Hm, dachte ich da, vielleicht haben sie die Glocke nicht gehört, und läutete einfach nochmal. Wieder nichts. Da ich das seltsam fand, da wir ja „verabredet“ waren, ging ich ums Haus herum, um zu schauen, ob vielleicht jemand im Garten war. Nein, da war niemand, aber das Auto des Ehepaares stand vor der Tür. Da keimte in mir doch nochmal ein Körnchen Hoffnung, dass vielleicht doch jemand zu Hause war, und deswegen, und nur deswegen, läutete ich ein drittes Mal. Auf einmal sah ich durch die Haustür drinnen die Wohnung...

Schnipp schnapp, Haare ab!

Haben Sie sich bei Facebook oder youtube oder wo auch immer mal ein paar der Friseurvideos angeschaut, die dort kursieren? Ich mach‘ das ja total oft und gern, und deswegen kriege ich auch immer wieder neue angezeigt. Ich mach' mir mittlerweile einen Spaß daraus, mir schon aus den ersten Sätzen des Beratungsgesprächs und den ersten Handgriffen der Fachperson eine ungefähre Ahnung herzuleiten, mit was für einer Frisur die Kundin (meistens sind es Frauen, die da im Stuhl sitzen) am Ende nach Hause gehen wird. Wie das geht, fragen Sie sich? Ich verrate es Ihnen: je nach dem, wie die Fachkraft, also der Friseur oder die Friseurin, das Haar der Kundin anfasst und betrachtet, weiß ich sofort: diese Dame wird ihre langen Haare nicht los, sondern wird lediglich frisch frisiert und neu gefärbt. Oder aber: heute fallen hier jede Menge Haare, und die Kundin geht mit einem Kurzhaarschnitt nach Hause. Hierauf müssen Sie dabei achten: ein/e Friseur/in, der/die die langen Haare einer Kundin liebe...

Nicht viel los hier...

Bei blogspot kann ich sehen, wieviele Aufrufe meine Texte bisher erfahren haben. Das sind nicht sehr viele, offenbar findet kaum jemand den Weg hierher. Und wer ihn je gefunden hat, zieht möglicherweise nach ein bis zwei Texten gelangweilt seiner Wege. Meinen letzten Post hat z. B. außer mir keiner aufgerufen. Diese Gewissheit öffnet mir natürlich auch irgendwie Tür und Tor – ich könnte hier ablästern, über meine Mitmenschen schimpfen, den Maier Gustav von nebenan einen Drecksack nennen (obwohl es den Maier Gustav gar nicht gibt) und, wenn ich wollte, hier die feinsten Lügengeschichten erzählen. Niemand nähme es zur Kenntnis, und keiner würde mich daher der üblen Nachrede bezichtigen. Aber all das würde mir überhaupt keine Freude machen. Viel lieber lache ich mit anderen, erzähle von heiteren Episoden meines Lebens, möchte mein Augenmerk auf das Schöne und Genießenswerte meines Daseins richten. Wenn ich den Maier Gustav einen Drecksack nenne, treibt das nur meinen Blutdruck in die Höhe...

Die menschliche Natur

Ich habe jetzt einige Lebensjahre auf dem Buckel - und die damit verbundene Lebenserfahrung, die mich manches gelassener sehen lässt als noch vor 20 Jahren. Ich werde allerdings wohl nie an den Punkt kommen, an dem ich sage „Nichts Menschliches ist mir mehr fremd“. Erst vorgestern war es nämlich wieder so weit, dass ich sprachlos wurde. Das kam so: Wir hatten eine Veranstaltung mit unserem Verein, bei der wir mitten im Wald Weißwürste garten und mit Brezeln und süßem Senf den Teilnehmern servierten. Da das, wie gesagt, mitten im Wald passierte, mussten wir natürlich einen Topf voll Wasser parat haben, einen Gaskocher und entsprechendes Geschirr. Kocher und Topf brachte einer unserer Vereinskollegen mit, und das Wasser, in dem die Würste erhitzt werden sollten, hatte ich in einen eigens dafür ausgeliehenen Wasserkanister einer Vereinskollegin abgefüllt. Wir brauchten von den mitgebrachten 20 Litern allerdings nur etwa die Hälfte. Nun, das Treffen fand statt, und als alles vorbei war und...