Trauer
Vor einer Woche ist meine Schwester gestorben. Sie war gerade mal 62 Jahre alt.
Zwischen dem Anruf meines Schwagers, in dem ich erfuhr, dass sie krank ist, und dem Moment ihres Todes lagen nur zwölf Tage. In jenen Tagen und auch an den Tagen nach ihrem Tod war ich nicht imstande, irgendetwas zu tun. Nicht einmal das, was mir "im normalen Leben" Freude bereitet, interessierte mich. Ich saß nur da, schaute vor mir auf den Boden und dachte an meine sterbende Schwester. Drei Tage vor ihrem Tod war ich bei ihr und habe mich verabschiedet. Nein, sie hat sich von mir verabschiedet - mit den Worten: "Ich sterb' jetzt".
Sie ist am selben Krebs gestorben wie vor ihr unser Opa und zwei seiner Töchter, eine davon unsere Mutter. Das macht die Sache für uns alle natürlich nicht leichter, denn wir, die wir zurückbleiben, fragen uns jetzt bang, wer als nächstes dran ist.
Mittlerweile verlaufen die Tage, also die Zeit, in der ich wach bin, wieder etwas normaler, und ich kann auch zwischendurch noch an anderes denken (aber auch nur deshalb, weil ich weiß, dass ihr Leiden ein Ende gefunden hat). Aber nachts, wenn ich wach werde, öffne ich die Augen und denke: meine Welt ist nicht mehr in Ordnung. Es trifft mich immer wie ein Schlag, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es meine Schwester nicht mehr gibt.
Sie wohnte weit weg von mir, wir hatten nur sporadisch Kontakt. Aber ich wusste immer, wo und wie ich sie erreichen konnte, wenn ich das Bedürfnis danach hatte. Über Whatsapp hielten wir uns gegenseitig auf dem Laufenden und schickten z. B. Bilder von netten Momenten unseres Alltags hin und her. Und jetzt ist sie weg. Einfach so.
In zwei Wochen wird sie beerdigt.
In zwei Wochen wird sie beerdigt.
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