Unser einzigartiger Hund

Ich habe aufgehört, mich über unseren Hund zu wundern. Er hat einige sonderbare Angewohnheiten, dafür macht er manche Sachen ums Verrecken nicht, obwohl andere Hunde da überhaupt kein Problem mit haben.
So geht er z. B. nicht durch offene Türen, wenn die Öffnung nicht mindestens 40 cm weit ist. Er ist schlank, er kommt also locker auch durch schmalere Lücken. Aber nein, eine Tür muss richtig weit geöffnet sein, damit unser Rocky sich da durch bequemt.
Das befremdet insofern, als er, wenn er nach getaner Tagesmüh‘ seine Bettstatt im Wohnzimmer aufsucht, völlig verwandelt scheint. Zu seinem Bett könnte er nämlich schnurgeradeaus durchs Zimmer gehen, an allen Möbeln vorbei, d. h. zwischen Schrank und Tisch auf einer Fläche von mind. 130 cm Breite dahinschlendern. Aber nein, was macht unser Bube?
Er geht hinterm Esstisch entlang, weiter zum ersten Sessel, der sehr dicht an der Wand steht, drückt sich hinter diesem vorbei ins nördliche Ende der Lücke zwischen Sofa und Couchtisch, biegt am südlichen Ende der Couch rechts in einen schmalen Spalt ab und umrundet alsbald den zweiten Sessel, um anschließend drüber nachzudenken, ob er sich dahinter ablegen oder das kurze Stück bis zu seinem Bett noch hinter sich bringen soll.
Da ist ihm ganz plötzlich kein Spalt zu schmal, keine Öffnung zu winzig. Er zwängt sich durch, sobald er auch nur irgendwie hindurchpasst.
Offenbar hat ihm also jemand als Welpe beigebracht, dass er Türen, die nur halb offen stehen, nicht durchschreiten darf. Und ich will ehrlich sein: manchmal ist das für uns sogar von Nutzen, denn so können wir sicher sein, dass er nicht durch eine leicht geöffnete Tür auf die Straße rennt. 
Lustig ist's aber doch.

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