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Es werden Posts vom August, 2026 angezeigt.

Aufgaben, die sich stellen

Dass Politiker in schlimmen Momenten vor die Mikrofone gezerrt und ihnen mitfühlende Worte der Bestürzung abverlangt werden, ist allgemein bekannt und für die betreffenden Personen nicht immer einfach zu handeln. Natürlich erwarten alle von Politikern – ob Regional- oder Bundespolitiker – dass die immer die richtigen Worte auch ohne große Vorbereitung finden. Das sind hohe Erwartungen, die in Stresssituationen noch schwerer wiegen. Und natürlich ziehe ich auch ins Kalkül, dass die Medien nicht immer korrekt den genauen Wortlaut zitieren, der tatsächlich vorgebracht wurde. Aber gerade musste ich doch lachen, obwohl der Anlass nicht tragischer sein könnte. Im benachbarten Landkreis ist dieser Tage eine Frau erstochen worden, und der Landrat dieses Landkreises zeigte sich natürlich sofort angemessen bestürzt. Nun wird er aber zitiert mit den Worten: „…Gewalt gegen Frauen darf niemals als Beziehungsstreit oder Privatsache abgetan werden. Sie ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Aha! ...

Ausgedient

Als Menschen, die an Hypertonie leiden, folgen meine Frau und ich der Empfehlung unserer Ärztin und messen täglich jeweils morgens und abends unseren Blutdruck. Das bedeutet: das Messgerät ist ständig im Einsatz. Da braucht man dann eben hin und wieder ein paar neue Batterien. Gestern war es wieder so weit. Als sich das ankündigte, passierte diesmal jedoch etwas ganz Merkwürdiges. Die schwächelnden Batterien von gestern ließen nämlich keinen Zweifel daran aufkommen, wie sehr ihnen die Lust am Aufpumpen der Manschette vergangen war. Sie ächzten, pumpten schwer atmend und heulten mir entgegen „Wir können nicht mehr, wir wollen jetzt in Rente gehen! Bitte halte nach Nachwuchskräften Ausschau, die unseren Job übernehmen können!“ Sprachen’s und sackten in sich zusammen. Arbeitsverweigerung! Nun, wir wollten nicht so sein, und so verabschiedeten wir die Altbatterien in den wohlverdienten Ruhestand. Meine Frau setzte dann ein neues Paar Batterien ins Gerät ein. Hui, was war das eine Freude! N...

Die Chance, einzigartig zu sein

Die Wissenschaft hat offenbar etwas Neues entdeckt, um noch mehr Menschen das Gefühl geben zu können, etwas ganz Besonderes zu sein. Das Bedürfnis, etwas ganz Besonderes zu sein, greift ja immer mehr um sich, wohingegen ich mich gut erinnern kann, mir als Jugendliche nichts sehnlicher gewünscht zu haben, als „ganz normal“, also ganz genau so sein zu dürfen wie die anderen. (Nun, das war mir nicht vollumfänglich vergönnt, aber insgesamt war ich nicht sehr auffällig und auch gut integriert.) Heute jedoch beleuchtet sich jede/r selbst, macht Illustriertentests, inwieweit er oder sie ggf. dem Autismus-Spektrum angehört, AD(H)S hat oder auch nicht, eine Hochbegabung aufweist, intro- oder extrovertiert ist, oder ob eine Führungspersönlichkeit oder doch nur eine Sachbearbeitermentalität in ihm oder ihr schlummert. Und jetzt haben – wie gesagt – Wissenschaftler etwas Neues(?) gefunden, über das man sich seinen Kopf zerbrechen kann: Alexithymie. Alexithym zu sein, bedeutet, die eigenen Gefühle ...

Wenn Inklusion gehörig schief geht

Gestern sind wir auf dem Weg zu unserem Tagesausflugsziel am Frankfurter Flughafen vorbeigefahren. Und da fiel uns mal wieder eine Episode ein, die wir vor 26 Jahren dort erlebten. Meine Freundin, mit der ich damals erst kurz zusammen war, war mit anderen Leuten in den Urlaub geflogen, da sie den schon vor unserem Kennenlernen gebucht hatte. Ihr Heimflug führte nach Frankfurt, und da ich in relativer Nähe wohnte, habe ich sie dort abgeholt, um anschließend mit ihr noch ein paar Tage bei mir zu Hause zu verbringen. Da wir – wie gesagt – noch nicht lang zusammen waren, freute ich mich natürlich auf diese Tage und habe sie, bewaffnet mit einer Sektflasche und Sektgläsern im Rucksack, am Flughafen erwartet. Wir suchten uns einen Sitzplatz in einer der vielen Sitzecken, die damals (und wahrscheinlich stehen die auch heute noch) sich aus mehreren festverbundenen Stühlen aus Metall zusammensetzten. Die Sitze waren in U-Form angebracht, so dass ca. 15 Leute da gemeinsam sitzen konnten. Da aber...

Ein schlechter Witz

Ich äußere mich hier ja im Grunde nie – und das auch heute ungern und eigentlich nur als „Randeffekt“ – politisch. Aber ich musste jetzt doch lachen, als ich gerade meine Tageszeitung aufschlug. Über die Weltwirtschaftskrisen- und Zeitgeschehenseiten blättere ich in der Regel weg, weil ich die schlechten Nachrichten einfach nicht mehr ertragen kann, und die sich ja auch zutragen, wenn ich nichts darüber nachlese. Gerade glotzte mir jedoch ein großes Foto von Donald Trump entgegen (wie ja fast täglich mittlerweile), und darüber steht als Überschrift geschrieben: „Eine Frage der Glaubwürdigkeit“. Also, wer da nicht in wieherndes Gelächter ausbricht, weiß ich ja nicht! Dieses Gesicht in Verbindung zu bringen mit dem Begriff der Glaubwürdigkeit, das ist, wie wenn ich unter das Foto eines Nilpferdes schreiben würde „Bodo, Spezialist des Kölner Zoos für rhythmische Sportgymnastik“. Für einen guten Witz bin ich ja immer zu haben – und oft genug auch für einen schlechten. Und genau als solcher...

Die Kunst des Übersetzens

Facebook bietet ja diesen eigentlich wunderbaren Service an, der einem fremdsprachige Beiträge und Kommentare ins Deutsche übersetzt. Da klickt man einfach auf „Übersetzung anzeigen“, und – schwupps – versteht man auch, was der Herr aus Island zu einem Musikvideo beizutragen hat. Mir ist allerdings schon aufgefallen, dass die Qualität der Übersetzungen oftmals sehr zu wünschen übrig lässt. Da stimmt der Satzbau nicht, oder für eine Vokabel wird eine von mehreren möglichen, aber im akuten Kontext falsche Bedeutung verwendet. Wenn das bei Sprachen wie Englisch oder Französisch passiert, bemerke ich dies durchaus. Lustig wird’s aber vor allem, wenn Facebook versucht, deutsche Texte ins Deutsche zu übersetzen! Und das ganz oft sogar ohne Aufforderung! Das kommt regelmäßig vor, wenn z. B. jemand im Dialekt schreibt, oder – wie gestern erlebt – wenn nach Tiernamen gefragt wird. Beispielswese:  „Wie hieß euer allererstes Haustier?“. Da wird dann der Waldi zu „Eltern“ übersetzt, und aus de...