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Es werden Posts vom Juli, 2026 angezeigt.

Wie Nachrichten halt so sind

Gerade habe ich die Seite stern.de geöffnet. Ich zitiere mal eben die Schlagzeilen: „Mallorquiner fordern Limit für Urlauber“ „Fünf Urlauber sterben auf Russlands höchstem Berg“ „Mein Mann hat meine Tochter umgebracht“ „Wie giftig sind Zahnfüllungen aus Kunststoff?“ „Warum Opfern von Liebesbetrügern oft nicht geholfen werden kann“ „Mein Sohn kam gesund zur Welt. Vier Stunden später veränderte sich unser Leben“ Bei dieser kleinen Liste habe ich, wie Sie sicher bemerkt haben, die weiteren Schlagzeilen, die sich um den Anschlag beim Berliner CSD ranken, jetzt mal weggelassen. Und doch fällt eines auf: es sind ausschließlich schlechte, traurige, beängstigende und grausige Nachrichten. Mir vergeht wirklich langsam die Lust, überhaupt noch irgendwelche Seiten zu öffnen, die mich über das Weltgeschehen informieren. Die einzigen positiven Meldungen liest man doch mittlerweile nur noch in den Werbeanzeigen. Wie Produkt X und Y den Alltag erleichtern oder gar glücklich machen können, sauge ich i...

Mutmaßlich unklar

Vorgestern war es wohl, als in der Westpfalz ein LKW-Fahrer mit seinem Laster in ein Haus gekracht ist. Er hatte einen Atemalkohol von 3,4 Promille und blieb – im Gegensatz zu dem Haus – bei dem Unfall unverletzt. Ob das Haus jetzt einsturzgefährdet ist, wird gerade geprüft, und das wäre für die Bewohner in der Tat eine Katastrophe. Darüber verliert natürlich wieder keiner ein Wort. Aber das nur am Rande... Unabhängig von der Überlegung, die sich mir aufdrängt, welche Last wohl jemand mit sich herumträgt, der mit 3,4 Promille nicht im Koma liegt, sondern seinen LKW steuert, der also das Saufen offenbar gewohnt ist und wohl wenig fröhliche Gründe dafür hat, es zu tun, muss ich allerdings den Kopf schütteln über eine Formulierung in dem Bericht, den ich über den Vorfall gerade gelesen habe. Da heißt es nämlich: „…Der 58-Jährige war den Ermittlungen zufolge mit dem schweren Gefährt in Kaiserslautern unterwegs, als er von der Fahrbahn abgekommen sei, teilte die Polizei mit. Die Ursache daf...

Wie Selbstverständlichkeiten nicht mehr selbstverständlich sind

Gestern hatte ich ein Erlebnis, das mich total happy gemacht, aber gleichzeitig auch irgendwie traurig gestimmt hat. Folgendes trug sich nämlich zu: Ich brauchte wegen akuter Beschwerden einen raschen Termin bei einem Arzt einer Fachrichtung, die ich an meinem aktuellen Wohnort bisher noch nicht konsultiert hatte. Und da man ja allgemein weiß, wie schwierig es ist, als Neupatient irgendwo aufgenommen zu werden, noch dazu mit einem baldigen Termin, habe ich am Wochenende eine Praxis angeschrieben, die auf ihrer Homepage vermerkt hat, dass Neupatienten aufgenommen werden, jedoch eine längere Wartezeit (also Wartezeit auf einen Termin) einkalkulieren müssten. Ich schilderte mein Problem und erhielt gleich am Montagmorgen einen Anruf aus dieser Praxis, dass es aktuell gerade schwierig sei, aber wenn ich denn tatsächlich bereit wäre, nicht am Standort X, sondern am Standort Y vorbeizuschauen, dann dürfe ich gleich am nächsten Tag erscheinen. Ich solle halt auf jeden Fall vor Ort mit einer l...

Thema von allgemeinem Interesse

Nein, ich schreibe nicht über Jens Spahn! Auch wenn das jetzt reihenweise (z. B. in Facebook) alle „öffentlichen Personen“ – deren Namen ich jedoch noch nie gehört habe – tun zu müssen meinen. Und alle scheinen mir dasselbe zu schreiben. Zumindest entnehme ich den (gemeinsamen) Grundtenor bereits den ersten Sätzen, nach denen ich mit dem Lesen stets schon aufhöre. Wenn ich das Thema jetzt ebenfalls aufgriffe, dann würde meine Meinung die geschätzte Leserschaft vermutlich genauso interessieren, wie mich die der anderen interessiert – nämlich gar nicht. Daher schreibe ich heute über ein Kuriosum, über das ich lachen könnte, wenn es meinen Alltag nicht so sehr beeinflussen würde. Aktuell wird unser Ort verglasfaserkabelt. Damit alle hier irgendwann ein hübsch schnelles Internet haben. Zur Zeit liegen aber erst mal nur die Glasfaser unter der Erde, wirklich angeschlossen an ein schnelles Netz ist noch keiner. Um die Vorfreude der Bevölkerung auf diese technische Segnung zu vergrößern, hat ...

Wenn Präzision im Ausdruck über Schönheit geht

Wer Biertrinker ist, weiß ganz gewiss, dass es seit vielen Jahren schon auch alkoholfreie Varianten gibt. Wobei hier ja immer zurecht darauf hingewiesen wird, dass die meisten „alkoholfreien“ Biere durchaus einen Restgehalt an Alkohol aufweisen – und auch aufweisen dürfen. Ganz wenige sind wirklich völlig frei von Alkohol und dürfen dies dann auch so auf ihren Etiketten behaupten. Bei den Weinen hat man jetzt ja auch angefangen, entalkoholisierte Produkte zu erzeugen. Ich schreibe bewusst „angefangen“, denn bisher habe ich noch keinen alkoholfreien Wein gekostet, der mir wirklich geschmeckt hätte. Da ist noch viel Luft nach oben, was vermutlich noch einiger Forschung, einigem an Herumprobieren und Experimentieren bedarf. Beim Bier war das ja aber genauso, und irgendwann hatte man den Bogen raus, was mich auch optimistisch stimmt, dass bald alkoholfreier Wein auf dem Markt sein wird, den man wirklich genießen kann, und mit dem man sich nicht in der Nähe von Blumenkübeln herumdrückt, dam...

Einkaufen wie ein Profi

Wenn ich im Supermarkt einkaufen gehe, nehme ich innerhalb des Marktes immer dieselbe Route. Ich glaube, ich bin damit nicht allein, das machen viele so. Auf diese Weise grase ich meine Einkaufsliste nach und nach ab, weiß, wo ich was finde, und bin damit sehr entspannt unterwegs. Heute allerdings ist es mir mal wieder passiert, dass ich etwas, das auf den ersten 20 Metern meiner Route zu finden ist, vergessen hatte, und ich daher vom Käseregal über Allzweckreiniger wieder zurück zur Dosenmilch marschieren musste. Die restliche Einkaufsliste war zu diesem Zeitpunkt schon weitgehend abgearbeitet, weshalb ich nach Aufnahme der Kondensmilch auf direktem Wege zur Tiefkühlkost gehen konnte, ohne die übliche Route noch einmal komplett zurücklegen zu müssen. Das war vielleicht ungewohnt! Aber da ich mich in dem Markt ja mittlerweile sehr gut auskenne, wusste ich, dass ich einfach da links durch die Ketchupgasse musste, danach rechts in den Obstkonservenweg abbiegen, anschließend geradeaus übe...

Lifehacks

Mittlerweile bin ich ja in einem Alter, in dem ich mir eingestehen muss, dass ich das Durchschnittsalter der Deutschlandbevölkerung bereits weit hinter mir gelassen habe. Und das will was heißen, denn das Durchschnittsalter der Deutschen liegt weltweit mit am höchsten. Das mag erklären, warum mich so vieles nervt, was im Internet kursiert, und sei es teils auch noch so seriös gemacht und/oder gemeint. Aber wenn eine Frau, die noch keine fünfundzwanzig sein kann, anfängt, Ratgebervideos zu veröffentlichen, in denen sie Erziehungstips gibt oder gestandenen Frauen von über vierzig zu erklären versucht, welche Fehler sie bei der Reinigung der Badezimmerfugen ganz gewiss immer schon gemacht haben, dann rolle ich mit den Augen. Ganz unwillkürlich und unkontrolliert. Natürlich kann es vorkommen, dass ein neues Produkt auf den Markt gekommen ist, das beworben werden will, und das Omma noch nicht kennt und ihr die Arbeit im Haushalt wirklich erleichtern kann. Den Hinweis auf diese neue Errungen...

Frisierkunst made in America

Ich habe mich ja vor knapp zwei Monaten mal über die Friseur:innen ausgelassen, denen man in ihren Videos schon in den ersten Minuten ansieht, wie sie die im Stuhl sitzende Kundin frisieren werden. Ob ein Kurzhaarschnitt das Ergebnis sein wird, oder ob die langen Haare lang bleiben werden, ist dem aufmerksamen Betrachter sofort klar. Und das sage ich völlig wertfrei. Richtig doof finde ich allerdings diejenigen Friseure (und es sind in der Tat immer Männer, die das tun!), die ihren meist jugendlichen oder zumindest jung-erwachsenen Kunden (auch immer Jungs) vor Beratung und Schnitt die Haare zu einer Deppenfrisur hinkämmen, mit der niemand je das Haus verlassen würde, nicht einmal für den Weg zum Friseur, und ihnen eine unsägliche Nerd-Brille auf die Nase setzen, die dem Kunden weder gehört noch zu Gesicht steht, nur um deutlich zu machen, wie unansehnlich der jeweilige junge Mann war, bevor ein natürlich genialer und meisterhafter Haarschnitt einen Phönix aus der Asche aus ihm gemacht...